„Die erneute Eskalation des militärischen Konflikts im Nahen Osten stellt die globalen Lieferketten vor erhebliche Herausforderungen.“ Mit diesen Worten informiert ein Logistikdienstleister seine Geschäftspartner über die aktuellen Auswirkungen auf die internationalen Warenströme.
In der Luftfracht führen umfangreiche Luftraumsperrungen im Nahen Osten zu erheblichen Einschränkungen. Betroffen sind auch Langstreckenverbindungen mit Transit- oder Drehkreuzfunktion in der Region. Flugannullierungen, Umleitungen und die Überlastung alternativer Hubs haben eine deutlich reduzierte globale Luftfrachtkapazität zur Folge.
Zudem werden Verbindungen in zentrale Märkte wie die Golfstaaten, Israel, Jordanien und den Libanon ausgesetzt. Es kann zu Rückstaus kommen. Parallel steigen die Frachtraten – auch auf den Relationen Asien–Europa. Hinzu kommen mögliche beziehungsweise bereits angekündigte Zuschläge wie War-Risk- und Fuel-Aufschläge sowie steigende Versicherungskosten.
Auch die Seefracht ist massiv betroffen. Transite durch die Straße von Hormus sind ausgesetzt, laufende Transporte verzögern sich. Teilweise werden komplette Dienste von und in die Region eingestellt.
Bereits zuvor erfolgte Umleitungen über das Kap der Guten Hoffnung statt durch den Suezkanal bleiben bestehen. Gleichzeitig wurden Ratenerhöhungen infolge von War-Risk-Zuschlägen und steigenden Ölpreisen angekündigt – auch auf benachbarten Routen, insbesondere zwischen Asien und Europa. Hafen-Drehkreuze wie Singapur und Colombo sind zunehmend überlastet.
Sea/Air-Verbindungen via Dubai sind derzeit nicht verfügbar. Alternativen über Singapur oder Colombo gelten aufgrund von Staus ebenfalls als kaum praktikabel. Eine Option über Los Angeles ist möglich, birgt jedoch erhebliche Verzögerungsrisiken.
Im Bahnverkehr aus China steigt die Nachfrage infolge der angespannten Seefrachtsituation deutlich. Parallel ziehen die Bahnfrachten spürbar an.