Nun hat die BASF die Technologie automatisiert, kooperiert mit Partnern und geht damit in der Automobil- und der Modeindustrie in die ersten Serienanwendungen. Steron lässt sich auf unterschiedlichsten Substraten einsetzen. So kommen als Trägermaterialien unter anderem Leder und Textilien, aber auch Karton, Papier und Kunststoffe wie PVC oder Polyurethan in Frage. Darüber hinaus sind die gestalterischen Freiheiten durch verschiedene Designs nahezu unbegrenzt – ganz gleich ob diese technische, natürliche oder Soft-Touch-Strukturen aufweisen. Ein schneller Wechsel des Designs ist ohne Probleme machbar. Texturen von der Ledermaserung über die Samtanmutung bis hin zu geometrischen Mustern und Prägungen lassen sich mit geringem Aufwand verwirklichen. Und schließlich ist eine Beschichtung auch in jedem Farbton realisierbar.
Neben der Automobilbranche bieten sich für Steron viele weitere Anwendungsbereiche an, auf die sich das Prinzip des ’one look – one touch‘ übertragen lässt: Verschiedene Produkte, aber dieselbe Optik und dieselbe Haptik. So sind die Möglichkeiten auch bei Bekleidungsartikeln enorm. Als Trägermaterialien können hier Textilien, Kunststofffolien oder Leder Verwendung finden. Vor allem mit Steron beschichtetes Leder hat den Vorteil einer kompletten Luftdurchlässigkeit. Der einzigartige Soft-Touch ist für Accessoires wie Hüte, Handschuhe, Gürtel, Geldbörsen oder Taschen eine Lösung, die bei Modemachern und ihren Käufern auf großes Interesse stoßen kann. Ähnlich wie bei der Bekleidung eröffnet Steron für Schuhe eine große Vielfalt beim Materialmix und Design. Als Trägermaterial können wiederum Leder, Textilien und synthetische Materialien dienen.
Die Steron-Produktion und -Anwendung wird inzwischen von der BASF als komplettes Paket in Lizenz vergeben. Das Paket beinhaltet die Chemie, Technologie und gemeinsame Entwicklungen mit dem Kunden sowie den anwendungstechnischen Service. Ein erster Lizenznehmer für Steron ist das mittelständische indische Unternehmen AIM Filtertec mit Sitz in Pune. In der Sechs-Millionen- Stadt sind viele Automobilunternehmen und Zulieferer zu Hause. Die Produktionsanlage von AIM Filtertec soll im September 2013 anlaufen und wird eine jährliche Kapazität von etwa 1,7 Mio. qm Steron haben. AIM Filtertec bietet bereits seit einiger Zeit Vliesstoffe (non-wovens) für den Automobilbau an – hier sind Synergien sehr gut vorstellbar. Die Produktionsmaschinen bezieht AIM von dem deutschen Maschinenhersteller Venjakob aus Rheda-Wiedenbrück (NRW). Voraussichtlich Anfang 2014 beginnt die Produktion in einer neuen, ebenso großen Anlage in Deutschland. Die Experten von Steron sind davon überzeugt, dass die Kooperation mit flexiblen Mittelständlern in ihrem Arbeitsfeld eine zügige Entwicklung ermöglicht, weil diese Unternehmen oft besonders viel Kreativität mit‚ verbinden.