„Zeit ist heute das höchste Gut“, stellte Dr. Alfred Haar von der Unternehmensberatung Hachmeister + Partner vor rund 150 Gästen aus der Modebranche fest. Der Handel sollte daher alle Prozesse so vereinfachen, dass das Einkaufen für den Kunden so einfach wie möglich gemacht wird. „Es geht nicht mehr um den Point-of-Sale, sondern um den Point-of-Excitement. Positionierung bedeutet in diesem Zusammenhang Differenzierung“, so Dr. Haar weiter. Möglichkeiten zur Individualisierung gebe es zurGenüge, und zwar sowohl offline als auch online.
„Kunden akzeptieren keine Mittelmäßigkeit“
„Wir müssen die Veränderungsgeschwindigkeit des Marktes akzeptieren“, sagte Marc Ramelow, Inhaber des Modehandelsunternehmens Ramelow. Digitale Fitness sei unverzichtbar. Das bedeute jedoch keinesfalls, jedem Trend hinterherzulaufen. „Wir müssen aber offen sein für die Dynamik der digitalen Erneuerung, Entwicklungen aufmerksam beobachten, analysieren und bewerten“, so der Händler aus Elmshorn. Zudem forderte er: „Wir brauchen eine neue Form der Exzellenz im Handel. Die Kunden haben keine Lust mehr, Mittelmäßigkeit zu akzeptieren. Es ist vielmehr ein Offenbarungseid für den Handel, dass ein Paket von Outfittery um ein vielfaches besser und liebevoller verpackt wird, als dass was der stationäre Handel in seinen Geschäften an seine Kunden übergibt.“ Das Motto sollte lauten: ’try to be perfect or die!‘.
„Ein neuer Unternehmergeist“
Laut Matthias Böckmann von der Böckmann-Gruppe steht der Handel aufgrund der digitalen Herausforderung vor der Aufgabe, einen neuen Unternehmergeist zu entwickeln. Das könne in drei Schritten erfolgen:
+ überprüfbare Thesen definieren
+ erstes Zwischenziel ableiten und einfach starten
+ Scheitern akzeptieren, daraus lernen und weitermachen
„Große Lösungen gibt es nicht“, so Böckmann. „Jedes Unternehmen für sich muss einen Weg durch die Digitalisierung finden. Dabei müssen wir einfach nur das tun, was der Kunde von uns verlangt.“