Der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandel zieht ein positives Fazit über das Interseroh-Branchen-Entsorgungssystem. Dennoch sieht der BDSE die Gefahr, dass dieses funktionierende System erodiert.
06.03.2017
Michael Frantze
2 Minuten
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Um Recyclingquoten zu steigern, sind Unternehmen gesetzlich zur Rücknahme und Entsorgung der in Verkehr gebrachten Transport- und Verkaufsverpackungen verpflichtet. In der Schuhbranche handelt es sich dabei in der Regel um Schuhkartons und Verpackungsmaterialien wie Pappe und Folien.
Vor mehr als 10 Jahren waren sich Schuhindustrie und Schuheinzelhandel einig, dass das bis dahin existierende Modell einer paarweisen Vergütung der Entsorgungskosten ersetzt werden soll, um die geänderten Erfordernisse aus der Verpackungsverordnung effektiv und effizient erfüllen zu können. Hierzu wurde unter Einbeziehung des Dienstleistungsunternehmens Interseroh eine branchenspezifische Lösung geschaffen, welche nach Ansicht des BDSE noch immer sowohl von Rechtskonformität als auch Pragmatismus geprägt ist und die im Kern eine funktionierende Entsorgung mit höchstem Servicegrad beim Handel sicherstellt. Eine, wenn nicht gar die wichtigste Eigenschaft dieser Lösung sei das Solidarprinzip: Je mehr Unternehmen sich beteiligen, desto besser kann entsorgungsseitig agiert werden und umso günstiger wird es für die Marktpartner.
Die seinerzeit mit Interseroh gemeinsam geschaffene Lösung funktioniere reibungslos, sowohl in der Zusammenarbeit mit der Schuhindustrie als auch mit dem Schuhhandel. Diese „geräuschlose“ Abwicklung war und bleibe erklärtes Ziel, führe jedoch offenbar zu einer gewissen Lethargie der Branchenbeteiligten aus Industrie und Handel. Dadurch hätten gemeinschaftliche Anstrengungen für einen weiteren Anschluss von Produzenten nachgelassen und Abwanderungen (teils Wechsel zu anderen Dienstleistern) wurden in Ihrer Bedeutung für alle Beteiligten nicht richtig eingeschätzt.
Wichtig sei, dass die Entsorgung aller Schuhfachhändler auch weiterhin reibungslos und komfortabel funktioniert. Hierbei war und ist durch den Dienstleister Interseroh das Augenmerk insbesondere auch auf die kleineren Händler in Innenstadtlagen oder Einkaufszentren zu richten. Dort stünden im Gegensatz zu größeren Filialen, bei denen die Entsorgung über Container einfach durchzuführen ist, keine größeren Entsorgungsbehältnisse zur Verfügung. So müsse bei den kleinen Anfahrtsstellen oft aufwändig per Hand und mehrmals im Monat entsorgt werden.
Dies soll so bleiben. Allerdings sei aufgrund einiger „Abwanderungen“ und noch immer existierender „Trittbrettfahrer“ die Gefahr groß, dass dieses funktionierende System erodiert, was zwangsläufig höhere Entsorgungskosten zur Folge hätte.
Der BDSE appelliert daher an alle Marktpartner, sich am Interseroh-Branchensystem zu beteiligen. Nähere Informationen auf der BDSE-Webseite unter www.bdse.org, Rubrik ’Fachthemen‘, Stichwort ’Verpackungsentsorgung‘.