Zu wenig Bedarf an Winterschuhen und zu wenig Mode für Spontankäufe in den Geschäften – das waren nach Einschätzung des BDSE die wesentlichen Hindernisse für den Schuheinzelhandel im vergangenen Jahr.
So seien Langschaftstiefel im breiten Markt nur schwer zu verkaufen gewesen. Und die modischen Innovationen bei Stiefeletten motivierten nicht ausreichend zum Neukauf. Kurze Schnürer hingegen verkauften sich nach Einschätzung des Verbandes gut. Auch Chelsea-Boots kamen gut an, fanden aber insgesamt nicht genug Absatz. Im Gegenzug suchten die Verbraucher Halbschuhe, die wiederum in vielen Geschäften nicht in ausreichender Menge vorrätig waren. Angesichts der warmen Witterung war das Interesse an warmgefütterter Ware zu gering. „Hier zeigt sich wieder, dass – zumindest im Mainstream-Segment – das Wetter einen erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten bei Schuhen hat“, so der BDSE.
Was die Farben angeht, so blieb Schwarz – als die propagierte Modefarbe der letzten Saison – hinter den Erwartungen zurück. Vergleichsweise oft griffen die Kundinnen dagegen zu dunkelblauen und weinroten Schuhen, gut liefen auch alle Grautöne.
Flache und hohe Absätze waren im breiten Markt aber nur begrenzt an die Frau zu bringen. Dem gegenüber waren mittlere Absatzhöhen zu schwach in den Sortimenten des Handels vertreten.
2015: Herausforderungen für den Einkauf
Angesichts der insgesamt sehr schwierigen und enttäuschenden Herbst-/Winter-Saison dürfte der Einzelhandel nach Einschätzung des BDSE vorsichtig in diese Orderrunde hineingehen: „Zum einen wird der Restlagerbestand an warmen Winterschuhen höher als in den Vorjahren sein, zum anderen stehen schwierige modische Fragen an, auf die in den nächsten Tagen und Wochen die Einkäufer eine Antwort finden müssen“, so der Verband. Daher ist eine frühe Information über Modetrends und neue Kollektionen, etwa auf der GDS, für den Handel besonders wichtig.
Der stationäre Handel stehe auch mit Blick auf die Online-Konkurrenz vor der Herausforderung, ausreichend Anreize zu schaffen, die Kundenfrequenzen zu erhöhen. In diesem Zusammenhang seien nicht nur modische Impulse, sondern darüber hinaus Veränderungen in der Warenversorgung erforderlich: „Kollektionsrhythmus, Warenauslieferungstermine und NOS-Programme müssen den veränderten Bedürfnissen des Absatzmarktes gerecht werden. Der Schuhhandel braucht auch innerhalb einer Verkaufssaison wechselnde Warenbilder und eine verlässliche, kurzfristige Lieferfähigkeit bei Basic-Modellen.“