Bei der Lieferantenauswahl sollte man dem BDSE zufolge nicht allein auf vermeintlich „sichere Bänke“ setzen, sondern dem zunehmenden Wunsch vieler Kunden nach Individualisierung ihres Outfits Rechnung tragen. Diesen Trend dürfen die Fachgeschäfte nicht den Modehäusern überlassen, deren Schuhumsätze sich in diesem Jahr – so ermittelte unlängst die Unternehmensberatung Hachmeister+Partner – deutlich besser entwickelten als der Schuhfachhandel. Die Gewichtung bewährter und neuer Marken sowie Klassik versus Mode sollte vor diesem Hintergrund in der anstehenden Orderrunde besonders gründlich überdacht werden.
Hinzu kommt: Im Internet-Handel sind laut dem BDSE bekannte Marken überproportional stark vertreten, während neue Labels dort seltener auftauchen. Schließlich suchen Online-Käufer meist gezielt nach bekannten Namen, und das oftmals zu reduzierten Preisen. Da dem E-Commerce weitere Zuwächse prognostiziert werden, könnte sich der (Preis)Wettbewerb hier weiter verschärfen, wenn die Industriepartner nicht wirksam gegensteuern, z.B. über selektive Vertriebsaktivitäten.
Fazit: Der Modehandel sollte in der bevorstehenden Orderrunde unbedingt ausreichend Zeit sowohl für Gespräche mit seinen Lieferanten als auch die Sichtung potentieller neuer Marken einplanen. Starre Einkaufsmuster aus den Vorjahren passen immer weniger. Die Branche muss vielmehr noch flexibler auf die aktuellen Anforderungen des Marktes reagieren.