Die kleineren und mittleren Unternehmen mussten 2015 sogar ein Minus von etwa 2% verbuchen, während die größeren, expansiven Filialbetriebe – nicht zuletzt aufgrund der Eröffnung neuer Filialen – laut dem BDSE bei einem Umsatz-Pari gelegen haben dürften. „Zwar hatte der Online-Handel in diesem Winter ebenfalls mit den ungünstigen Witterungseinflüssen zu kämpfen. Erste Zahlen weisen jedoch darauf hin, dass der Online-Handel mit Schuhen in 2015 im Durchschnitt ein Umsatzwachstum erzielt hat, und zwar in Höhe von rund 7%“, erklärte Brigitte Wischnewski, BDSE-Präsident, auf der GDS. Gemessen an den zweistelligen Wachstumsraten noch vor wenigen Jahren sei dies allerdings eine eher moderate Steigerung.
Der BDSE geht davon aus, dass der Marktanteil des Online-Handels bei Schuhen zwischenzeitlich 15% erreicht hat. Der stationäre Schuhfachhandel, vom kleinen Schuhgeschäft bis zum Großfilialisten, hat nach den Berechnungen des BDSE im abgelaufenen Jahr ein Umsatzvolumen von 8,3 Mrd. Euro (inkl. MwSt.) erzielt. Insgesamt sind im Jahr 2015 nach ersten Berechnungen des BDSE 11,7 Mrd. Euro im Einzelhandel mit Schuhen umgesetzt worden. Darin sind die Umsätze des Online-Handels mit Schuhen und die Umsätze anderer Betriebsformen des Handels, u.a. Waren- und Modehäuser, der Versand- und Sporthandel sowie die Verbrauchermärkte, enthalten.
Für die nahe Zukunft sieht der BDSE eine Reihe von Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem die Digitalisierung und die Frequenzverluste vor allem in Klein- und Mittelstädten. „Doch nicht nur der Wettbewerb durch Online-Pure-Player zwingt den Schuhfachhandel zum Handeln“, so Brigitte Wischnewski. „Marktanteile gehen seit geraumer Zeit auch an vertikale Bekleidungsketten wie Zara und H&M sowie an große Modehäuser, die ihr Schuhangebot vergrößern. Dadurch gerät so manches Schuhgeschäft hinsichtlich Ladendesign und Warenpräsentation, aber auch mit Blick auf den Modegrad seines Sortimentes, ins Hintertreffen. Um Gegenzusteuern muss der Schuheinzelhandel in Modernität investieren und gemeinsam mit den Schuhlieferanten neue Wege gehen, zum Beispiel die Warenbelieferung in der Verkaufssaison attraktiver takten und den kurzfristigen Zugriff auf Warenbestände des Lieferanten organisieren“, appellierte die Präsidentin des BDSE an Handel und Hersteller.