Männer bleiben Nebensache
Doch auch wenn Herrenschuhe in fast jedem Schuhgeschäft zu finden sind: Der Anteil des Gesamtsortiments fällt verhältnismäßig gering aus. Bei rund 48% der Befragten machen Herrenschuhe 11% bis 20% des Sortiments aus. Knapp ein Viertel gab an, bis zu 30% zu führen, vereinzelte Händler auch mehr. Jeder zehnte Händler führt Herrenschuhe nur nebenbei und deckt damit bis zu 10% des Gesamtsortiments ab. Gleichzeitig kann das Herrenschuhsegment eine gewisse Stabilität aufzeigen. Bei fast zwei Dritteln aller befragten Händlerinnen und Händlern sind keine Veränderungen in der Order von Herrenschuhen geplant. Dennoch haben gleichzeitig fast 30% vor, den Anteil zu senken. Nicht wenige planen hier sogar eine starke Reduzierung; im Sortiment dürfen die Herrenschuhe aber weiterhin bleiben. Den Anteil auszubauen, plant mit rund 10% nur eine Minderheit.
Der Vororderanteil fällt bei den Männern ausgesprochen hoch aus. Zwar macht die Vororder bei den meisten Händlerinnen und Händlern (44%) zwischen 50 und 75% aus, ein beachtlicher Teil ordert sogar noch mehr vor. Ganze 34% der Befragten gaben an, dass mehr als 75% des Orderanteils auf die Vororder entfallen. Ein Wert, der sich jedoch nicht lange halten können wird. Bei knapp 42% der Befragten soll die Vororder reduziert werden. Dafür sei eine höhere Nachorder geplant. Dagegen bleibt jedoch die Mehrheit von 56%, die keine Veränderung in der Vororder plant.
Konkurrenz und steigende Preise
Auch das Männerschuhsegment ist von Herausforderungen gezeichnet. Seien es der Onlinehandel (64%), der Direktvertrieb der Hersteller (55%) oder die Sportmarken (44%): An allen Ecken drückt die Konkurrenz auf die Stimmung im Schuhladen, nicht zuletzt im Bereich Herrenschuhe. Auch die Konsumzurückhaltung (58%) der Männer ist bei vielen Händlerinnen und Händlern deutlich zu spüren, nicht zuletzt auch aufgrund der gestiegenen Preise und des damit einhergehenden Preiskampfs (29%). Und das nicht ohne Grund: Das Herrenschuhsegment ist bei fast 40% der Befragten in einer Preisregion zwischen 100 bis 120 Euro angesiedelt. Zwar gibt es auch Geschäfte mit niedrigeren Durchschnittspreisen, wie zum Beispiel bei 21%, die die Region 80 bis 100 Euro abdecken, sowie rund 13%, die Schuhe zwischen 60 und 80 Euro anbieten. Die Tendenz geht jedoch nach oben, mit 32%, die Preisgruppen von mehr als 120 Euro bedient.