Die Zahl der im Ausland erworbenen und in Deutschland anerkannten Berufsabschlüsse verzeichnete 2022 ein Wachstum. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stieg die Anerkennungsrate um 11 % auf 52.300, im Vergleich zu 2021 (46.900). Dies markiert eine deutliche Steigerung nach Jahren leichten Wachstums. Seit 2016 hat sich die Anzahl positiver Verfahren nahezu verdoppelt, von 26.200 auf 52.300 im Jahr 2022.
Die Zahl der Neuanträge auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zeigte ebenfalls einen klaren Anstieg. Im Vergleich zu 2021 stieg sie um 13 % auf 49.500. Dies entspricht der Zuwachsrate in den Jahren vor der Pandemie. Trotz der starken Zuwanderung stieg die Zahl der Neuanträge für ukrainische Berufsabschlüsse lediglich um 12 % auf 1.500, was dem Vor-Pandemie-Niveau entspricht.
Besonders im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe war ein Anstieg zu verzeichnen. Rund zwei Drittel (35.400) aller Anerkennungen waren in diesem Sektor zu finden, mit einem Plus von 13 % gegenüber 2021. Die Einführung des einheitlichen Berufsbilds Pflegefachfrau bzw. -mann führte zu einer Verdopplung der Anerkennungen im neuen Beruf.
Die häufigsten anerkannten Berufe im Jahr 2022 waren Gesundheits- und Krankenpfleger, Arzt und Ingenieur. Berufsabschlüsse aus Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und der Türkei wurden am häufigsten positiv anerkannt.
Insgesamt bearbeiteten die zuständigen Stellen 2022 rund 65.900 Anerkennungsverfahren, ein Anstieg von 10,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Rund 80 % betrafen reglementierte Berufe. Die Mehrheit der bearbeiteten Verfahren unterlag dem Bundesrecht (81 %), während 19 % dem Landesrecht unterlagen.