Das richtige Wetter – und schon stimmen die Umsätze. Diese Regel gilt auch 2023 für den Schuhhandel. Das Jahr ist für viele Händler schwierig gestartet; der Frühling hatte lange auf sich warten lassen. Dafür bescherte der Mai vielfach gute Abverkäufe von Übergangsware und der Frühsommer der letzten Wochen kurbelte die Nachfrage nach Sandalen und Pantoletten kräftig an. Entsprechend ist die Stimmung auf der Expo Riva Schuh, wo die F/S 24-Saison ihren Auftakt erfährt, von Optimismus geprägt.
Wie gewohnt nutzen zahlreiche Händler aus Deutschland die Messe, um sich einen ersten Überblick über die neuen Trends zu verschaffen und frühe Aufträge zu platzieren.
Die Mode bleibt sportiv; Sneaker bilden in vielen Kollektionen den Großteil des Angebots. Kombinationen aus Bonbon- und Pastellfarben, Metallics und Glitzereffekte sorgen hier für neue, frische Optiken bei den sportiven Damenschuhen. Wichtiger werden (knöchelhohe) Boots in Chuck-Anmutung aus Leinen und im Denim-Look.
Aber auch klassischere Styles nehmen an Bedeutung zu. Feminine Loafer und Trotteurs, vorrangig in mittleren Absatzhöhen, gelten als modische Brücke vom Sneaker zur Galanterie. Als kräftige Farben setzen Fuchsia, Kobaltblau und Orange auch bei diesen Modellen modische Akzente. Mit höheren Absätzen tun sich die deutschen Kundinnen offenbar noch etwas schwer. Dafür gibt es eine große Auswahl an komfortablen Blockabsätzen um die drei bis vier Zentimeter. Darüber hinaus setzen viele Unternehmen auch auf ein Angebot an Pumps und Slings in aufregenden Metallics und sommerlichen Farbstellungen. Natürliche Farbnuancen von Off-White bis hin zu Lindgrün, hellem Braun und Karamell, unter anderem auf (Fußbett-)Pantoletten, runden das Farbspektrum ab. Den Kick bringen Gold und Silber als Akzente oder all-over.
Auch die Herrenschuhmode bleibt vorrangig sportiv. Sneaker und Sneaker-Hybride präsentieren sich leicht, funktionell und in neuen, etwas ruhigeren Farbkombinationen. Weiß bleibt als Grundfarbe weiterhin wichtig. Aber auch harmonische Farbbilder aus Beige-, Braun- und Blaunuancen sind in vielen Kollektionen zu sehen.
Neben den modischen Trends wurden am Gardasee viele aktuelle Branchenthemen diskutiert. Einiges liegt den Händlern auf der Seele – vor allem die Frage, wie Schuhhandel auch in Zukunft profitabel betrieben werden kann. Einige Hersteller haben auf die für den Handel steigenden Kosten reagiert und ihre Kalkulationen angepasst. Sorge bereiten allen Marktteilnehmern die Insolvenzverfahren im Schuhhandel, von denen Lieferanten und auch Mitbewerber betroffen sind.
Die vom 17. bis 20. Juni stattfindende Messe am Gardasee steht im Zeichen des Wachstums. Laut den Veranstaltern sind über 1.300 Unternehmen dabei – ein Plus von 30% im Vergleich zur Messe im Sommer 2022. 251 Aussteller stammen aus Italien; die große Mehrzahl wiederum ist aus mehr als 40 Ländern angereist.
Einen ausführlichen Bericht über die Messe, die Stimmung und die wichtigsten Trends lesen Sie in der kommenden Ausgabe von schuhkurier.