Das Geschäftsmodell der Messe ist damit auch für die Bereiche Beauty, Parfüm, Musik, Nagellack bis hin zu Patisserie und Fotografie erweitert worden. Dies belegt die Bedeutung von Farbe, zeigt aber auch, dass einige Bereiche der Textilindustrie unter den globalen Verwerfungen zu leiden haben. Im Mittelpunkt der wie immer aufwändig präsentierten Trend-Foren wurden die Kernthemen der Saison visuell und haptisch als „Trend-Wunderkammern“ inszeniert. Die Saison steht ganz im Zeichen von sensiblen und auch sehr ausdrucksstarken Farbwelten. Die Farben werden durch einen Dialog zwischen Energie und Sanftheit erneuert und spiegeln die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Natur und Innovation wider.
Auf den ersten Blick stechen die plakativen Pop-Farben wie Grashüpfer-Grün, Gelb, Orange und Hellblau hervor. Einen wichtigen Gegenpart bieten subtile Taupetöne zwischen Braun und Grau – dicht, aber nicht dunkel. Neben Khaki- und Sandfarben verkörpern diese naturnahen Nuancen zurückhaltende Eleganz. Die Farbskala überrascht mit Leichtigkeit und schafft ein Gleichgewicht zwischen Natürlichkeit und urbaner Raffinesse. Bei den Trendthemen ist eine massive Hinwendung zu bewegten Oberflächen und Blumenmotiven zu beobachten. In den Trend-Foren wirkten besonders die Themen „Organic Intelligence“ sowie „Functional Statement“ und „Active Know-how“ als Besuchermagnete.
Auch wenn die Besucherzahlen (wie bei allen Messen) seit Jahren unter dem Vor-Covid-Niveau liegen, sind sie dennoch beeindruckend. Fast 30.000 internationale Fachbesucher aus 126 Ländern und über 1.100 Aussteller aus rund 40 Ländern versammelten sich vom 3. bis 5. Februar in zwei Hallen des Parc des Expositions. Rund 45 Unternehmen aus den Bereichen Gerberei, Leder, Schuhe und Taschen waren vertreten. Ein Besuch der Première Vision kann besonders lohnenswert sein, um sich abseits der bekannten Wege der französischen Hauptstadt von einer Kombination aus Messe- und Shop-Recherche inspirieren zu lassen. Zwar nimmt auch in Paris die Zahl der Multimarken-Shops ab, doch gibt es in den Seitenstraßen zahlreiche kleine sowie große Fashion-Juwelen zu entdecken. In diesem Sinne: Je t’aime, Paris!