Die Ergebnisse der Trendauswertung des BEVH zeigen, dass die Umsätze und Erlöse im Online- und Versandhandel in Deutschland in den letzten zwölf Monaten wieder zugenommen haben. Auch die Investitionsbereitschaft der interaktiven Händler hat einen neuen Höchstwert erreicht und liegt laut BEVH mehr als 30 Punkte über dem Vergleichswert für die deutsche Gesamtwirtschaft. Insbesondere nehmen Investitionen für Innovationen (44%; +10 Punkte) und zur Kapazitätserweiterung (38%; +8 Punkte) wieder deutlich zu. Nur die aktuelle Personallage wird von den Unternehmen leicht schlechter bewertet als noch im letzten Frühjahr.
Für 2017 rechnet der Bundesverband mit einem Gesamtumsatz von knapp 60 Mrd. Euro im Onlinehandel. So hat der Onlinehandel im 1. Quartal 2017 ein Plus von knapp 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum hingelegt.
Deutliche Zunahme von Betrugserfahrungen im Interaktiven Handel
Fast jedes der befragten Unternehmen des Versand- und Onlinehandels hat für 2017 angegeben, über eigene konkrete Betrugserfahrungen zu verfügen (97%). Zudem hat auch der Anteil derjenigen Unternehmen, die angeben, regelmäßig mit Betrugsversuchen zu tun gehabt zu haben, deutlich zugenommen. Die meisten Negativerfahrungen beziehen sich 2017 auf betrügerische Handlungen, die auf dem ’Vortäuschen falscher Identitäten‘ (30%) beruhen. Danach folgen Betrugsversuche mittels Kreditkarte oder bei der Abwicklung von Lastschriftverfahren (24%). Auf den Rängen drei und vier folgen ’Bestellungen an falsche Adressen’ (28%) und ’falsche Angaben zur Bonität‘ (12%). Zudem hat sich gezeigt, dass das Schadensvolumen durch Manipulations- und Betrugsversuche im Interaktiven Handel offensichtlich deutlich zugenommen hat.
Vier von zehn Händlern passen ihre Preise flexibel an
Wie bereits 2016 gaben etwa vier von zehn befragten Unternehmen des Interaktiven Handels in Deutschland an, die Verkaufspreise ihrer Produkte und Dienstleistungen ’an besondere Anlässe‘ anzupassen. In den meisten Fällen erfolgten die Anpassungen ’unregelmäßig, je nach Bedarf‘ (70%). Die häufigsten Anpassungsgründe sind laut BEVH das ’Preisverhalten von ‘ (36% aller Antworten) sowie das ’Bestellverhalten der Kunden‘ (26%). Allerdings ist der Anteil derjenigen Unternehmen, die eine Einführung eines solchen Instruments in den nächsten 12 Monaten planen, zurückgegangen und der Anteil der Unternehmen, die das Instrument ’Dynamische Preisgestaltung‘ als sehr wichtig bzw. wichtig bewerten, hat leicht abgenommen.
Zwei von drei Unternehmen nutzen mehrere Absatzwege
Zwei von drei Unternehmen des Interaktiven Handels in Deutschland (66%) haben angegeben, verschiedenartige Absatzwege zum Vertrieb ihrer Produkte zu nutzen. Online-Shops (80% der Nennungen), stationäre Ladengeschäfte bzw. Shops (66%) oder die Teilnahme an Marktplätzen wie Amazon oder Ebay (54%) werden von den befragten Unternehmen am häufigsten genannt.
Die meisten Unternehmen, die beim Vertrieb auch auf stationäre Ladengeschäfte setzen, erzielen hiermit zwischen 36 und 70% ihres Umsatzes (43%). Ein Viertel der befragten Unternehmen (25%) erwirtschaften sogar zwischen 71 und 100% ihres Umsatzes durch stationäre Ladengeschäfte.
Die Trendauswertung ’Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2016/2017‘ wurde durch das Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) gemeinsam mit der Creditreform Boniversum GmbH (Boniversum) durchgeführt.