… wurden die Weichen neu gestellt: In diesem Jahr übernahm Oliver Reichert den Posten des CEO bei dem Sandalenhersteller aus Rheinland-Pfalz. Reichert, seit 2009 als Berater für das Unternehmen tätig, war der erste Geschäftsführer, der nicht zur Inhaberfamilie gehörte. Und er sollte Birkenstock in den folgenden Jahren komplett umkrempeln. Dabei bildete er zunächst gemeinsam mit Markus Bensberg eine Doppelspitze. „Ein schlafender Riese, der gerade aufwacht“, so beschrieb im Jahr 2013 der damalige Managing Director Sales, Dieter Klingenberg, gegenüber schuhkurier die Ausgangslage des Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt lieferte Birkenstock seine Schuhe in 80 Länder. Als Zielmarke rief Reichert aus, künftig 130 Länder beliefern zu wollen. Aus dem traditionellen Unternehmen mit einem kaum überblickbaren Geflecht aus 38 Einzelfirmen schuf der neue CEO einen Konzern mit den drei Geschäftsbereichen Produktion, Vertrieb und Services – und eine global agierende Unternehmensgruppe. Er schärfte den Markenkern, betonte Nachhaltigkeit und Qualität, investierte aber auch in modische Innovationen, nicht zuletzt durch aufmerksamkeitsstarke Kollaborationen mit Designerbrands.
Die Produktionskapazitäten wurden ausgebaut; 2013 verlagerte das Tochterunternehmen Alsa, das Laufsohlen und Fußbettungen produzierte, seinen Sitz nach Görlitz. Dort bestand bereits seit 2009 eine Niederlassung. Ein Jahr später gab Reichert ein ambitioniertes Ziel bekannt: Birkenstock wolle die Produktion vervierfachen, von zwölf Millionen Paar auf über 50 Millionen Paar. Das Unternehmen baute seine Mitarbeiterzahl im Stammwerk im rheinland-pfälzischen St. Katharinen aus und strebte danach, Zulieferer wie Gerbereien, Latexfarmen oder Korkplantagen zu übernehmen, um eine eigene Wertschöpfungskette aufzubauen.