Der Online-Handel habe vom Lockdown profitiert. Für 2020 schätzt der BLE den Zuwachs im Online-Handel mit Lederwaren auf rund 25 Prozent, in diesem Jahr könnten das Plus aufgrund des längeren Lockdowns aktuell sogar bei mehr als 30 Prozent liegen. Im letzten Jahr dürfte damit der Marktanteil des Online-Handels auf rund 30 Prozent gestiegen sein.
Dennoch dürften nach BLE-Schätzungen bislang nur wenig Lederwarengeschäfte als Folge der Corona-Pandemie aufgeben haben. Augustin: „Ich sehe keine große Schließungswelle.“ Seit Jahren verliere die Branche 40 bis 50 Händler pro Jahr. Dieser Abschmelzungsprozess werde jetzt ein bisschen beschleunigt. Für die Händler stelle sich auch die Frage der Alternative. „Sie können ja nicht Gehirnchirurgen werden.“ Auch eine Vermietung der eigenen Immobilie können je nach Lage schwierig sein.
Nach BLE-Berechnungen wurden im Jahr 2019 Taschen, Koffer, Schulranzen und Kleinlederwaren im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro an die Kunden abgegeben. Diese Zahl umfasst alle Vertriebswege – vom Fachgeschäft über den Online-Handel bis zu den Lebensmitteldiscountern. In 2020 dürfte das Marktvolumen nach BLE- Schätzungen um mindestens eine halbe Milliarde Euro gesunken sein.