Auch bei Lederwaren nimmt der Verband die Konkurrenz durch den Online-Handel wahr. Als alarmierend wird die Entwicklung noch nicht eingestuft. Augustin sieht den Marktanteil von E-Commerce noch unterhalb der Zehn-Prozent-Marke. Eher sorgt sich der Verband um die steigenden Energiekosten.
In größeren Geschäften, sagte Augustin, seien sie 2012 um vierstellige Eurobeträge gestiegen. Augustin wörtlich: “Angesichts niedriger einstelliger Umsatzrenditen im Lederwarenhandel können die Kostensteigerungen nicht aus dem Gewinn bezahlt werden.”Gleichwohl meint der BLE, im Gesamtjahr 2013 zumindest ein kleines Umsatzplus erreichen zu können: “Wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse die Konsumstimmung trüben.” Damit würde sich eine Branchenentwicklung fortsetzen, die Augustin “insgesamt positiv” nennt.
Auf ein bis zwei Prozent schätzt er das Umsatzplus des vergangenen Jahres. Allerdings konnten daran im Jahr 2012 nicht alle Unternehmen teilnehmen. Mindestens ein Drittel der Geschäfte, sagte Augustin, habe im vergangenen Jahr ein Umsatzminus hinnehmen müssen. Vor allem Läden an frequenzarmen und kleineren Standorten waren davon betroffen.
Gut bekommen ist dem Lederwarenhandel 2012 die Reiselust der Deutschen. Gepäck war der Gewinner unter den Warengruppen, während die Tasche sich überwiegend stabil halten konnte: “Farbe war gefragt. Noch wichtiger aber war es, dem Kunden die richtigen, angesagten Trendmarken präsentieren zu können. Wer diese nicht bekommen konnte, tat sich merklich schwerer.” Auch das Geschäft mit Kleinlederwaren nennt Augustin “weitgehend stabil”.
Problematischer habe sich der Businessbereich entwickelt. Er leide unter der Casualisierung der Arbeitswelt: “Hier wird die klassische Aktentasche oft durch die lässige Umhängetasche ersetzt.” Eine ähnliche Entwicklung beobachtet der BLE bei Rucksäcken und Schulartikeln. Konkurrenzlos geblieben sei nur der Schulranzen für Erstklässler.