“Nicht zuletzt durch selbst herbeigeführte Turbulenzen ist es uns nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl an Ausstellern zu einer Teilnahme zu bewegen. Ich bin davon überzeugt, dass die Fortschreibung unseres Erfolgskonzeptes nicht durch die Wiederholung der Vergangenheit möglich ist”, verkündete Karl-Heinz Müller am 9. Dezember in einer offiziellen Mitteilung. “Unsere gesamte Branche befindet sich in einem rasanten Umbruch. Deshalb müssen die Herausforderungen der Zukunft auf neuartige Weise gelöst werden. Vielleicht muss auch etwas Großartiges zu Ende gehen, damit Neues entstehen kann”, so Müller weiter.
Wochenlang kursierten Fragen und Gerüchte in der Mode- und Accessoires-Branche. Wer ist auf der Bread & Butter dabei? Welches Konzept bietet Karl-Heinz Müller Ausstellern und Besuchern? Die letzten Ausgaben waren von Rückgang auf Aussteller- und Besucherseite geprägt. Zugleich hatte Karl-Heinz Müller mit allerlei Kapriolen überrascht, vom Endverbrauchertag über die internationale Tournee der Messe bis hin zum erneuten Teil-Umzug nach Barcelona. Keine Idee, mit der Müller in den letzten Monaten für Furore sorgte, wurde Realität. Auf die Ankündigungen folgte stets die Absage.
Die unklaren Gegebenheiten sorgten für Unsicherheit. Insbesondere die Barcelona-Pläne irritierten viele Unternehmen. Teils langjährige Aussteller entschieden sich angesichts der unklaren Perspektive für den Wechsel. So etwa die Macher der Schuhmarke Floris van Bommel: “Nachdem die Bread & Butter beschlossen hatte, für die Winter-Ausgaben nach Barcelona zu ziehen, haben wir uns umgehend eine Alternative überlegen müssen: Denn unser derzeitiges Business und unsere Ambitionen beziehen sich rein auf Nordeuropa, weswegen der Schritt nach Barcelona für uns nie zur Debatte stand”, erklärt Pepijn van Bommel, Commercial Director Floris van Bommel.
Ähnlich wie Floris van Bommel ging es offenbar vielen Ausstellern. Die Neuaussteller von Premium, Panorama und anderen Messen waren die Altaussteller der BBB. Ende November kursierten Gerüchte, es seien im Januar maximal 200 Aussteller dabei. Sogar von nur 50 Teilnehmern war die Rede – und erstmals wurde laut die Frage gestellt, ob angesichts dieser Entwicklung eine Bread & Butter überhaupt noch stattfinden kann.Anfragen unserer Redaktion wurden in Berlin nicht beantwortet; Stellungnahmen zwar angekündigt – aber letztlich nie abgegeben. Bis auf die schriftliche Ankündigung an die bestätigten Aussteller, die einst gigantische Fashion-Party statt in fünf nur noch in einer Halle auf dem Tempelhof-Gelände zu organisieren. Von finanziellen Problemen war die Rede, von einer Situation, die “schwierig” sei. Kurios wurde die Nachrichtenlage, als Aussteller Anfang Dezember bestätigten, das Vertriebsteam der Bread & Butter habe die Januar-Veranstaltung telefonisch abgesagt. “Wir standen in den vergangenen turbulenten Wochen in engem Kontakt zum Bread & Butter-Team und uns wurde gestern am Telefon das Aus der Messe mitgeteilt”, sagte Andreas Ahrmann, Global Sales & Marketing Director Nudie Jeans, im Gespräch mit schuhkurier und LR.
Nach ersten Dementis bestätigte Karl-Heinz Müller nun die Absage der Messe und kündete ein “Reset und Reboot” an, um sich schließlich mit den Worten von dem rosaroten Panther zu verabschieden: “Heute ist nicht alle Tage; ich komm wieder, keine Frage.”