Der Umsatz des kleinen und mittelgroßen Textileinzelhandels lag in den ersten sechs Monaten im Durchschnitt rund ein bis zwei Prozent unter dem Vorjahreszeitraum – bei zum Teil großen Unterschieden zwischen den einzelnen Unternehmen. Diese Daten werden von verschiedenen anderen Berichtskreisen mit mittelständischer Teilnehmerstruktur bestätigt. Auch das Statistische Bundesamt hat in seiner aktuell veröffentlichten 5-Prozent-Stichprobe für den Bekleidungshandel vorläufig ein kleines Umsatzminus von 1,1% errechnet. In diesem Panel sind allerdings etliche Modefilialisten vertreten, die über Flächenexpansion wachsen. Die amtlichen Zahlen sind nicht flächenbereinigt.
Je nach Sortimentsschwerpunkt verlief das erste Halbjahr ebenfalls unterschiedlich. Die Anbieter von Herrenbekleidung kamen nach ersten BTE-Berechnungen auf minus ein Prozent, die Damenbekleidung auf minus zwei Prozent. Kinderbekleidung und Haustextilien lagen nach den ersten sechs Monaten im mittelständischen Fachhandel jeweils sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Für den Handel mit Textilien errechnete das Statistische Bundesamt im ersten Halbjahr ein Umsatzplus in Höhe von 0,3%, während sich der Handel mit Vorhängen, Gardinen und Teppichen sogar über ein Plus von 6,3% freuen kann.
Schuhfachhandel und Lederwarenhandel mit Umsatzplus?
Überraschend gute Zahlen veröffentlichte das Statistische Bundesamt für den Schuhfachhandel (+3,9%) und den Lederwarenfachhandel (+14,6%). BDSE und BLE halten diese Ergebnisse für deutlich zu hoch und gehen für den stationären Schuhfachhandel im ersten Halbjahr von einem Rückgang in Höhe von drei Prozent und für den Lederwarenfachhandel von einem niedrigen einstelligen Plus aus. Grund für die Diskrepanz könnte die zu geringe Stichprobe sein, die gerade in kleineren Branchen zu wenig repräsentativen Ergebnissen führen kann. Zudem werden beim Statistischen Bundesamt die Daten gewichtet, so dass große Unternehmen den Durchschnitt besonders stark beeinflussen.
Onlinehandel mit Schuhen und Lederwaren wächst
Überdurchschnittlich hat sich der (Online)Versandhandel in den ersten sechs Monaten 2016 entwickelt. So veröffentlicht das Statistische Bundesamt für den ’Versand- und Internethandel mit vorwiegend Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren‘ per Ende Juni ein Umsatzplus in Höhe von 5,8%. Dieser Wert liegt etwas unter der Wachstumsrate des allgemeinen (Online)Versandhandels, der danach ein Plus von 7,6% erzielen konnte.