Ein Termin Anfang August in Köln. Wir haben Glück: Mirko Ostendörfer ist da. Der 47-Jährige verbringt derzeit nur wenig Zeit in der Zentrale von Buffalo Boots. Vietnam, Las Vegas, New York – Ostendörfer absolviert ein anspruchsvolles Pensum. Als Chief Operating Officer ist er seit dem 1. Oktober 2017 für die Entwicklung von Buffalo und der Markenschwester Buffalo London verantwortlich. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten von Grund auf neu aufgestellt“, berichtet der Experte. Markenstruktur, Vertrieb, Kollektion, Marketing – nichts blieb unangetastet, alles wurde auf den Prüfstand gestellt. Mittlerweile sind die Hausaufgaben erledigt, der Blick richtet sich nach vorn. Die Zielsetzung ist eindeutig: „Wir wollen Buffalo zu einer globalen Marke ausbauen.“
Internationalisierung und Globalisierung genießen aktuell höchste Priorität bei Buffalo, das seit der Übernahme durch Deichmann Ende 2016 unter dem Dach des Tochterunternehmens Snipes angesiedelt ist. So wurde zunächst eine internationale Vertriebsstruktur geschaffen. Heute ist Buffalo über Distributeure in ganz Europa inklusive Russland vertreten.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf dem nordamerikanischen Markt. „Die Nachfrage aus den USA ist einfach enorm“, sagt Ostendörfer. Asien könne als nächstes folgen. Dabei heizt Buffalo das Interesse über eine facettenreiche Marketing Strategie gezielt an. So wurden seit Ende 2017 gemeinsam mit 15 ausgewählten Concept- Stores weltweit – darunter das KaDeWe, Galeries Lafayette, Opening Ceremony und Hypebeast – monatlich neue Limited Editions von Buffalo London, das als Premiumbrand mit exklusivem Vertrieb positioniert ist, gelauncht. Darüber hinaus arbeitete das Label mit Designerlabels wie Comme des Garcons und Opening Ceremony zusammen, weitere aufsehenerregende Kooperationen werden in den kommenden Monaten folgen. „Mit diesen Maßnahmen sorgen wir weltweit für Aufmerksamkeit. Unser wichtigstes Kommunikationsmittel ist dabei Instagram. Über Postings von Stars wie Ariana Grande, Gigi Hadid, Ciara und vielen mehr, haben wir in den letzten Monaten mehr als 500 Mio. Menschen erreicht. Auf Kooperationen mit bezahlten Influencern wird dagegen bewusst verzichtet, denn Authentizität ist für die Marke einer der wichtigsten Bestandteile der DNA.
Volle Konzentration auf Großhandel
Große Anstrengungen wurden auch in der Kollektionsarbeit unternommen. Durch Arbeiten an Details seien die Ausstattung der Schuhe und das Preis/Leistungs-Verhältnis gesteigert worden, berichtet Mirko Ostendörfer. Dieser Prozess habe einige Saisons in Anspruch genommen. „Das ging nicht von jetzt auf gleich. Aber jetzt sind wir genau da, wo wir hin wollten.“ Großen Stellenwert genießen dabei die Sneaker mit den charakteristischen Wolkensohlen, die derzeit weltweit ein Comeback erleben – dem modischen Revival der Neunziger Jahre sei dank. Aber auch neue Pumps, Sandalen und Ballerinas wurden entwickelt. „Buffalo steht für eine junge, frische Mode und war nie auf nur ein Thema festgelegt. Wir können viel mehr als ’nur’ Wolkensohlen. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Kollektion für Frühjahr/Sommer 2019 wieder, die in den bisherigen Kundengesprächen sehr positiv bewertet wurde. „Damit bieten wir dem Handel eine starke Alternative“, sagt Mirko Ostendörfer, der ankündigt, auch weiterhin „alle Kraft in den Großhandel zu stecken.“ Dagegen seien die Bereiche E-Commerce und eigener Retail – Buffalo betreibt zehn Stores – zweitrangig. Der Verkauf der Marke an Deichmann spielt laut Ostendörfer in Kundengesprächen keine Rolle. Buffalo agiert fast vollkommen unabhängig von der Zentrale des Filialisten in Essen. Lediglich in Bereichen wie der Logistik oder Qualitätskontrolle profitiere man von der Leistungsstärke des Konzerns. Mit Blick auf die kommenden Monate ist Ostendörfer daher zuversichtlich. Die Phase des Umbruchs sei mittlerweile abgeschlossen. „Es war ein hartes Stück Arbeit, das aber auch großen Spaß gemacht hat. Heute verfügen wir über ein großartiges Team, das voller Tatendrang die nächsten Aufgaben angeht.“