Nach einer Betriebsführung beim Traditionsschuhhersteller Lloyd in Sulingen tagten die CADS Mitglieder, darunter zahlreiche neue Gesichter, in der Hansestadt Bremen. Der CADS Vorsitzende Michael Tackenberg freute sich über die positive Resonanz: „Die rege Beteiligung zeigt, dass sich CADS zu einem wichtigen, unverzichtbaren Bestandteil unserer Branche entwickelt hat. Allein in 2015 haben wir sieben neue, bedeutende Mitglieder gewinnen können. Derzeit zählen 67 Unternehmen aus Industrie und Handel zu CADS. Wir gehen stark davon aus, dass wir weiter wachsen werden.“
Für die Themen Nachhaltigkeit und Transparenz der Lieferkette hatte der CADS Vorstand hochkarätige Referenten gewinnen können. Den Anfang machte Guido Brackelsberg vom Bochumer Unternehmen Setlog. Der Experte im europäischen Bekleidungsmarkt zeigte den Teilnehmern eine ’Roadmap für eine nachhaltige Lieferkette in der Schuhindustrie‘ auf.
Wachsende Regularien sowie das Interesse der Kunden erfordern immer mehr Transparenz, was sowohl auf die Firmen selbst, aber auch auf ihre Wertschöpfungskette Auswirkungen hat, ist Brackelsberg überzeugt. In seinem Vortrag gab er den CADS Mitgliedern anhand von Best Practice Beispielen nützliche Hinweise, um eine höhere Visibilität ihrer Lieferkette und somit mehr Nachhaltigkeit zu erreichen.
Wie prominent das Thema Nachhaltigkeit auf die politische Agenda gerückt ist, erläuterte Martin Schröder vom Bundesverband der Deutschen Industrie. „Das wichtigste Ereignis war die Verabschiedung der Sustainable Development Goals im Herbst dieses Jahres“, so der Politologe aus Berlin. Anders als die Millennium-Entwicklungsziele gelten diese internationalen Nachhaltigkeitsziele erstmals für alle Länder und verpflichten auch die Industrie.
Der Agenda 2030 Prozess biete die Möglichkeit, die wirtschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit nun gleichberechtigt neben sozialen und ökologischen Aspekten einzuordnen. Vor dem Hintergrund dieser „sehr ambitionierten Beschlüsse“ sieht sich der BDI dem Schutz der Unternehmen verpflichtet. „Es geht darum, Zusatzbelastungen für die Industrie zu verhindern, gewissermaßen um eine ’Licence to produce‘“, so Schröder.
Das Thema Nachhaltigkeit als Wertschöpfungsfaktor (und nicht als Kostenfaktor!) stand im Mittelpunkt des Vortrags von Nick Lin-Hi, Professor für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta. Der CSR-Experte ermunterte die Teilnehmer aus Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg eine Win-Win-Situation mit gegenseitigen Vorteilen zu schaffen. „Nachhaltigkeit ist kein Modetrend. Im Gegenteil: Nachhaltigkeitsdefizite bedingen ein Image-Problem, das Unternehmen teuer zu stehen kommt.“ Den Herstellern werde faktisch Verantwortung für ihre Lieferketten zugeschrieben, wobei die Arbeits-, Umwelt- und Sozialstandards einen positiven Effekt auf die Produktqualität wie auch auf die Kompetenzen des Lieferanten haben, ist Lin-Hi überzeugt.
Eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie, die nicht zuletzt hoch motivierte Mitarbeiter beinhaltet, stellt für den Professor eine Investition in die eigene Zukunftsfähigkeit dar. Neue RSL vorgestellt „Genau diese Themen stehen im Fokus der Cooperation CADS, die durch ihr weltweites Engagement bei der Vermeidung von Schadstoffen in der gesamten Branche und darüber hinaus seit vielen Jahren als Vorreiter vorangeht“, ergänzte DSI Geschäftsführer Manfred Junkert.
Verschiedene Arbeitskreise, die zu neuen Forschungsergebnissen beitragen, aber auch Publikationen, z.B. der kürzlich veröffentlichte und bereits in zweiter Auflage gedruckte ’Leitfaden für Lederhersteller. Empfehlungen zur Vermeidung von Chrom VI‘ sowie die neue, nunmehr dritte Auflage der RSL (Restricted Substances List) sollen das Engagement untertreichen. „Wir freuen uns sehr, dass mittlerweile zwei Drittel der CADS Mitglieder vollständig nach der RSL arbeiten, alle anderen Unternehmen wenden die RSL zumindest teilweise an“, so CADS Vorstand Michael Tackenberg.