Gemeinsam mit zwei befreundeten Unternehmern fördert der Schuhfabrikant Carl-August Seibel südlich der kenianischen Hauptstadt Mombasa eine Schule. Im Oktober letzten Jahres startete das Projekt, das für 120 Kinder ausgelegt ist. In den kommenden Monaten soll nun in der Gegend auch eine Schuhproduktion entstehen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes für diese Produktion wird im Herbst 2019 gerechnet. In einem nächsten Schritt sollen Maschinen nach Afrika transportiert werden. Ziel sei es, so Carl-August Seibel, in Kenia nicht nur ein soziales Projekt zu betreiben, sondern auch eine wirtschaftlich arbeitende Schuhproduktion. „Ich rechne damit, dass wir ab Anfang 2020 mit der Schuhfertigung in Kenia starten können“, so der Unternehmer gegenüber schuhkurier. Den Beschäftigten in dem Werk sollen eine über dem landesüblichen Schnitt liegende Vergütung, geregelte Arbeitszeiten, Anspruch auf Urlaub und eine Sozialversicherung geboten werden. Mittelfristig plant Carl-August Seibel, in dem neuen Werk eine duale Ausbildung zum Schuhfertiger/zur Schuhfertigerin für junge Menschen anzubieten. Man sei dazu mit der IHK sowie mit der Außenhandelskammer Nairobi im Gespräch. Es sei sein Anspruch, Menschen vor Ort zu helfen, ihnen Bildung und eine wirtschaftliche Perspektive in ihrer Heimat zu bieten, so Seibel.
Kinderschuhe von Romika, produziert in Kenia
Produziert werden sollen in Kenia künftig Kinderschuhe der Marke Romika, die zu den im Land üblichen Schuluniformen getragen werden können. „Wir wollen in Kenia für kenianische Kinder den bestmöglichen Schuh fertigen“, so formuliert Carl-August Seibel seinen Anspruch. Aktuell werden 1.500 Kinderfüße im Land vermessen, um für die Schuhe die richtige Passform zu ermitteln.
Erwirtschaftete Gewinne der Schuhproduktion sollen in das Projekt zurückfließen. Eine Website für die Romika-’Back to School‘-Kollektion soll eingerichtet werden; ebenso ein Onlineshop. Auch den CO2-Abdruck hat der Hauensteiner Unternehmer Seibel im Blick: „Wir wollen langfristig erreichen, dass Materialien und Komponenten für die kenianische Schuhproduktion auch möglichst aus der Region kommen.“ Das Investment für den Bau der Schuhproduktion liegt laut Carl-August Seibel bei ca. 500.000 Euro.
Ein Interview des SWR mit Carl-August Seibel über das Kenia-Projekt sehen Sie hier: