„Wurzeln, Wandel, Tradition, Vision“, wobei das Wort „Wandel“ hervorgehoben wird: Das war der thematische Rahmen des diesjährigen Symposiums des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L). Rund 100 Gäste waren der Einladung des Verbands gefolgt und trafen sich im 38. Stockwerk des imposanten UBS-Towers in Frankfurt am Main.
In seiner Begrüßung machte der Verbandsvorsitzende Carl-August Seibel deutlich, dass die Branche zwischen Herkunft und Zukunft und vor allem in einem ständigen Wandel steht. Das Motto „Wurzeln und Wandel“ passe gerade deshalb so gut, weil Schuh- und Lederwarenunternehmen ihre Stärke aus handwerklicher Tradition ziehen, zugleich aber in einem Umfeld agieren, das sich gerade tiefgreifend verändert. Digitalisierung, KI, geopolitische Unsicherheiten, Lieferketten, Zölle und andere Konsumgewohnheiten stellten Unternehmen vor neue Herausforderungen. Seibel sprach sogar von Disruption. Aber er hob auch die Möglichkeiten eines jeden Unternehmens hervor: „Nur wer seine Herkunft kennt, kann die Zukunft auch bewusst gestalten“, so Seibel sinngemäß. Und daran ist die Schuhbranche gewöhnt; unterliegt sie doch einem ständigen saisonalen Wandel, der permanente Veränderung mit sich bringt.
Dabei warb Seibel dafür, den Wert der eigenen Produkte wieder stärker sichtbar zu machen. Schuhe, Taschen und Lederwaren seien nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern begehrliche Produkte, Ausdruck von Handwerk, Qualität und Lebensfreude. Gerade in einer Zeit, in der Menschen offenbar stärker in Reisen und Gastronomie investierten als in Mode, müsse die Branche neue Impulse setzen. Seibels Appell: mehr Optimismus, mehr Mut, attraktivere Läden, motivierte Verkaufskräfte, „eine Portion Lebensfreude“ – und weniger typisch deutsches Jammern.