Die Europäische Kommission hat am 26. Februar den sogenannten „Simplification Omnibus“ zur Vereinfachung der EU-Vorschriften und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vorgelegt. Das Ziel ist es, die Richtlinien des European Green Deals anzupassen, um die globale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Der Verwaltungsaufwand soll bis zum Ende der Legislaturperiode 2029 um 25%, für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) um 35% gesenkt werden. Von der Berichterstattungslichtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollen nun 80% der Unternehmen ausgenommen werden. Stattdessen würde es dann nur noch für Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 50 Mio. Euro gelten. Die Berichtspflichten für Unternehmen, die derzeit in den Anwendungsbereich der CSRD fallen und ab 2026 oder 2027 Bericht erstatten müssen, werden um zwei Jahre (bis 2028) verschoben.
Im Rahmen der Lieferkettenrichtlinie Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) soll die Anwendung der Sorgfaltspflichten im Bereich der Nachhaltigkeit für die größten Unternehmen um ein Jahr (auf den 26. Juli 2028) verschoben werden. Die Unternehmen würden nur noch verpflichtet werden, Verantwortung für ihre direkten Geschäftspartner zu übernehmen. Es soll zudem nicht mehr jährlich sondern nur noch alle fünf Jahre geprüft werden. KMUs sollen entlastet werden, wenn sie Teil der Lieferkette von großen Unternehmen sind. Laut Berechnungen der Europäischen Kommission sollen jährlich Verwaltungskosten in Höhe von 6,3 Mrd. Euro eingespart und Mittel für zusätzliche öffentliche und private Investitionen in Höhe von 50 Mrd. EUR zur Unterstützung politischer Prioritäten freigesetzt werden. „Heute stellen wir unseren ersten umfassenden Vereinfachungsvorschlag vor. Die Unternehmen in der EU werden von gestrafften Regeln für die Berichterstattung über nachhaltige Finanzen, Sorgfaltspflichten und Taxonomie profitieren. Das macht den Unternehmen das Leben leichter, und gleichzeitig stellen wir sicher, dass wir bei unseren Emissionsabbauzielen auf Kurs bleiben. Weitere Vereinfachungsvorschläge werden folgen“, kommentiert Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Vorschlag.
Der Vorschlag der Kommission muss durch das EU-Parlament und eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten bestätigt werden, um umgesetzt zu werden.