Kaum ist die Tür aufgesperrt, kommen auch schon die ersten Kundinnen. Ganzkörperschuh ist eine feste Größe in dem eher beschaulichen Berliner Stadtteil Friedenau, wo das Fachgeschäft für komfortables Laufen und nachhaltige Mode in einem denkmalgeschützten Gebäude-Ensemble residiert. „Wir haben einen hohen Stammkundenanteil“, sagt Inhaberin Kerstin Budich, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann Mario Budich führt. 10.000 Kunden stehen in der Kartei, mit 5.000 interagiert sie regelmäßig. „Unsere Kunden sind sehr nachhaltig orientiert, viele sind Akademiker, Künstler, Intellektuelle.“ Zudem profitieren die Budichs auch von der nahegelegenen Einkaufsmeile Schloßstraße. „Wir sind mit unserer 2B-Lage hier sehr glücklich“, so Budich, zumal die Schloßstraßen-Kunden Ganzkörperschuh nach der Pandemie „gerade neu entdecken“. Dabei spiele auch eine Rolle, dass im Laufe der letzten drei Jahre „viele Kinderschuhgeschäfte geschlossen haben“. Gleichzeitig steige der Bedarf weiterhin. Das hat dazu geführt, dass der 2018 eröffnete Kinderschuh-Bereich von Ganzkörperschuh, der 25 der insgesamt 250 qm-großen, mit Pflanzen, Bildern und Naturmaterialien gemütlich und emotional gestalteten Fläche einnimmt, zu einer Art Paradedisziplin geworden ist. Rund ein Drittel des Gesamtumsatzes erzielen die Budichs mit Kinderschuhen, 80% davon mit den Marken Ricosta, Froddo, Däumling und Naturino, 20 Fabrikate führen sie insgesamt, ein Portfolio von 15 streben sie an. „Besonders erfolgreich sind wir mit Lieferanten, die ein gutes Lagerprogramm haben“, sagt Mario Budich, der sich neben der Buchhaltung um Ein- und Verkauf der Kinderabteilung kümmert. Künftig will er auf die gestiegene Preissensibilität insbesondere bei Hausschuhen stärker eingehen. „Es wird oft nach dem preiswerteren Schuh gegriffen, über 40 Euro wird die Luft bei Hausschuhen dünn“, sagt Mario Budich, der neuerdings auch Online-Buchungen von Beratungsterminen anbietet, um dem Ansturm nach Kita-Schluss Herr zu werden. Im Damen- und Herrenschuhbereich, für den Kerstin Budich verantwortlich zeichnet und der für ein Drittel des Umsatzes steht, liegt der Fokus auf Einlagen-Schuhen, Nachhaltigkeit und Komfort. 25 Lieferanten gibt es im Damen-, zwölf im Herrenschuhbereich, die wichtigsten sind Ganter, Hartjes und Think. Neuerdings arbeitet Kerstin Budich auch mit dem Plattform-Modell Scalerion, das ihr die Möglichkeit gibt, „auch mal eine Marke auszuprobieren“. Think ist auf der 25 qm großen, im Vintagelook gestalteten Shopfläche im Eingangsbereich quasi die Visitenkarte des Geschäfts. Aber auch mit den anderen Lieferanten, darunter Namen wie Wolky, Mephisto, Semler, Snipe, TBS, Donna Carolina oder Wonders, „verbindet uns eine gute Partnerschaft“, so Budich.