Um einen nachhaltigen Erfolg der Innenstädte zu gewährleisten, kommt es also auf jeden einzelnen Akteur an. Einen universellen Masterplan gibt es dabei allerdings nicht, wie Ariane Breuer, Geschäftsführerin der Initiative Die Stadtretter, erklärt. „Es gibt nicht die eine, immer passende Schablone. Jede Stadt muss für sich entscheiden, was für eine Stadt sie sein will.“
Damit meint Breuer den Unique Selling Point (USP), also das einzigartige Merkmal einer Stadt. Nicht zuletzt der Satiriker Jan Böhmermann kritisierte während der Sendung ZDF Magazin Royale in einem Segment, wie austauschbar die deutschen Innenstädte seien. Graue Betonbauten, triste Einkaufspassagen und ein identisches Angebot zeigen, womit sich Städte aktuell beschäftigen sollten – und worin sie vor allem investieren müssen. „Wir müssen uns von den typischen immobilienbezogenen Asset-Klassen lösen“, erklärt Breuer weiter, „das heißt: Die Immobilienwirtschaft muss in die Innenstadt als Gesamtprodukt investieren und die Lagen ganzheitlich betrachten. Dies geht nur durch kollaborative Quartiers- und Projektentwicklung.“
Ariane Breuer setzt sich mit den Stadtrettern genau hierfür ein. Als interkommunales Netzwerk verbinden die Stadtretter bereits über 1.200 Kommunen und möchten im Schulterschluss neue Standards schaffen. Dabei befindet sich das Netzwerk auch mit den weiteren, essenziellen Akteuren im ständigen Austausch. Die rund 100 Player umfassen dabei die Immobilienwirtschaft, die Privatwirtschaft, aber auch den Handel, Verbände und Institute sowie Politik. Die Grundidee: Gemeinsam Lösungen finden, die möglichst bundesweit gelten und geteilt werden können, „um das Rad nicht jedes Mal neu erfinden zu müssen“, so Breuer. Dabei entstehen Tools, mit denen alle Akteure einer Stadt arbeiten können: von Best Practices und Webtalks bis hin zu Analysen und Studien. Es käme vor allem auf die Einsatzbereitschaft der Kommunen an. Mittlerweile sei das Thema Innenstadtentwicklung und Leerstände jedoch bei diesen angekommen. „Ich habe von Kommunen gehört: ’Wir trauen uns jetzt, zu scheitern‘, wo man sich vorher noch vor negativer Presse gefürchtet hat“, erzählt Breuer. Anfangen und sich was Trauen sei deshalb der Ansatz, der verfolgt werden müsste – und zwar dauerhaft. „Städte sind dann erfolgreich, wenn sie sich nicht ausruhen. Wenn sie resilient bleiben und sich stets hinterfragen; auch dann, wenn es gut läuft.“