Schwarz, Braun, vielleicht noch Grau. Die Kollektionen der Hersteller, die in Mainhausen im O1 und auf dem Messegelände gezeigt wurden, waren in den meisten Fällen vorwiegend in den Basic-Farben gehalten. Dass die meisten Menschen modisch ohnehin bei den Basics bleiben, ist nicht neu, Die Lieferanten gehen davon aus, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher durch die wirtschaftliche Situation noch stärker am Bekannten festhalten werden. „Farblich bleibt es bei den klassischen Farben. Denn wenn weniger gerade Schuhe gekauft werden, wollen die Leute einen Schuh haben, der zu allem passt“, erklärt zum Beispiel Jürgen Bührer, Außendienstleister von Waldläufer.
Wenn es farbiger wird, dann mit Naturtönen wie Cognac oder Beige. Auch Grau war in den Regalen überdurchschnittlich stark vertreten. wMutiger waren die Lieferanten mit Materialien. Zum Beispiel bei Vagabond, einer Marke, die sich ohnehin in skandinavischer Zurückhaltung wähnt und farblich schlicht bleibt. Dort wurde in der aktuellen Orderrunde ein neues, sich ölig anfühlendes Leder, genannt Oily Nubuk vorgestellt. Auch Sioux will mit Funktionen wie Lammfell oder der hauseigenen Sioux Tex-Membran begeistern.
Und die Formen werden feiner: „Der Modegrad bewegt sich von 80% sportlich zu 20% galant in Richtung 60:40“, fasst es Luca Michels zusammen. „Bei den Herren ist das nicht ganz so stark ausgeprägt, aber auch hier sind die Sneaker nicht mehr in der ersten Reihe“, sagt Florian Löhstöter, Area Manager von Picolinos und meint damit nicht nur die Platzierung am Messestand, sondern auch die Relevanz an der Kasse. Das zeigt sich an den Absätzen, die feiner werden und den Chunky-Stil verdrängen. Zum raffinierten Schuh gehören auch Schmuckdetails. Gerade Elemente aus Gold zeigen sich oft an den feiner werdenden Schuhen. Jan Peter Willemsen, International Account Manager von Mexx, weiß: „Goldapplikationen werten den Schuh auf, aber es dürfen nicht zu viele sein.“