Am 28. Januar 2026 lud Birkenstock zum ersten Mal zum Capital Markets Day in New York City ein, um Investoren über die aktuelle Lage und die langfristige Planung zu informieren. Mit einem gewissen Stolz blickte CEO Oliver Reichert auf die letzten Jahre zurück: Seit dem Börseneinstieg im Oktober 2023 wurden 72 Mio. Paar Birkenstock-Schuhe verkauft; die jährliche Abverkaufsmenge konnte dabei jedes Mal um je 4 Mio. Paar Schuhe gesteigert werden und lag im Geschäftsjahr 2025 bei 38 Mio. Seit 2023 konnten der Umsatz in der Asien-Pazifik-Region, im eigenen Retail und im geschlossenen Zehen-Segment jeweils verdoppelt werden. Letzteres macht mittlerweile einen Anteil von 38 % am Business aus. In einem Vergleich mit anderen Schuhherstellern wie Hermès, LVMH, On oder Nike rage Birkenstock dadurch heraus, zu wachsen und die Marge zu steigern. „Wir sind ein absoluter Ausreißer“, kommentierte Reichert.
Für die kommenden Jahre bis 2028 will Birkenstock die Paarzahl weiterhin jährlich um rund 10 % steigern. Im Geschäftsjahr 2028 würde Birkenstock beim Erreichen des Zieles insgesamt rund 50 Mio. Paar Schuhe verkaufen. Der Umsatz soll bis 2028 jährlich um 13 bis 15 % wachsen. Der bereinigte Rohertrag soll leicht auf 57 % bis 58 % steigen, die bereinigte EBITDA-Marge soll bei über 30 % bleiben.
Wichtig sei es dabei, alle Kanäle gesund entwickeln zu lassen, so Reichert: „Wir reden viel über D2C. Aber klar ist auch: Wir haben nur rund 100 Geschäfte. Natürlich gibt es noch großes Potenzial darin, mehr Stores zu eröffnen und das Online-Business besser auszubalancieren. Daran werden wir hart arbeiten.“ Auf dem amerikanischen Doppelkontinent sollen in den nächsten drei Jahren 30 neue Birkenstock-Stores gebaut werden, in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten, Afrika) 40 neue Stores und in der Asien-Pazifik-Region 70 neue Stores.
Gleichzeitig bekräftigte CFO Ivica Krolo: „Ich möchte daran erinnern, dass B2B für uns ein großartiges Business ist und keine Krankheit. Wir sehen eine Veränderung des Konsumentenverhaltens. Gerade die jungen Menschen, die unsere Marke neu kennenlernen, wählen bewusst den Kauf im Geschäft im Multi-Marken-Umfeld. Das ist generell eine großartige Sache für uns, weil Birkenstock eine sehr haptische Marke ist. Jeder einzelne physische Touchpoint ist wichtig für uns.“ Während die eigene Retailsparte beschleunigt ausgebaut werden soll, könne sie die 19.000 Touchpoints weltweit nicht ersetzen. „Wir können die physische Nachfrage nicht mit eigenen Geschäften decken. Deswegen lieben wir den B2B-Kanal“, so Krolo. Außerdem würden die Einzelhändler mit ihrem eigenen Marketing auch die Marke Birkenstock unterstützen. Die Zahlen des ersten Quartals im Geschäftsjahr 2025 zeigen zwar eine niedrigere Bruttomarge (rund 50 % statt 75 % im D2C-Kanal), aber eine um 400 bis 500 Basispunkte höhere bereinigte EBITDA-Marge (über 30 % im B2B-Kanal statt unter 30 % im D2C-Kanal). Gleichzeitig brauche es im Wholesale wesentlich mehr verkaufte Paar Schuhe für denselben Umsatz: Der Durchschnittsverkaufspreis im B2B-Kanal liegt bei rund 40 Euro, im D2C-Kanal bei 95 Euro.