Betroffen sind in Deutschland 61 Filialen und in Österreich mit 29 Verkaufsstellen. Gegenüber schuhkurier erklärt das Unternehmen, man gehe diesen Schritt aufgrund „langjähriger und mittlerweile erheblicher Verluste“. Nach aktueller Planung sollen die Standorte bis spätestens zum 31. Dezember 2024 geschlossen werden. „Trotz jahrelanger umfangreicher Investitionen, Sortimentsanpassungen, Profilschärfungen und Optimierungsprogrammen mussten wir feststellen, dass das Geschäftsmodell als Allround-Anbieter im Mittelpreissegment leider langfristig nicht wirtschaftlich zu betreiben ist“, so ein Deichmann-Sprecher gegenüber schuhkurier.
Der gesamte Einzelhandel befinde sich in großen Strukturveränderungen, die sich durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und des Nahostkonflikts, gestiegener Kosten sowie der zunehmenden Inflation und Verbraucherunsicherheit noch verstärkt haben. „All diese negativen Einflussfaktoren treffen besonders Modekonzepte im mittleren Preissegment, in dem sich auch unser Tochterunternehmen Myshoes bewegt. Wir alle haben die Vielzahl an Insolvenzen mitbekommen, die auch lange etablierte und namhafte Unternehmen betreffen.“
Man strebe auch in diesem Prozess einen fairen Umgang mit allen Mitarbeitenden und Partnern an, der Abbau von Stellen lasse sich jedoch nicht vermeiden. Insgesamt sind von der Maßnahme in Deutschland rund 600 und in Österreich 150 Mitarbeitende betroffen. „Wir wissen um unsere soziale Verantwortung und sind der festen Überzeugung, auch in dieser schwierigen Situation eine faire, sozialverträgliche Lösung für alle Mitarbeitenden zu finden. Mit dem Betriebsrat streben wir daher zeitnah Gespräche bezüglich einer konkreten Ausgestaltung an. Auch in die Verhandlungen mit den Vermietern werden wir zeitnah einsteigen, um die konkreten Schließungszeitpunkte der einzelnen Verkaufsstellen zu definieren.“
Im Sinne der Gesamtbelegschaft sei es „unternehmerische Verpflichtung, im Zweifelsfall auch defizitäre Geschäftsmodelle einzustellen, um unsere Kräfte vielmehr auf ökonomisch tragfähige Geschäftsfelder fokussieren zu können. Wie bedeutsam es ist, das Gesamtunternehmen schlagkräftig und krisenfest für die Zukunft aufzustellen, hat sich jüngst in der Krise deutlich bewiesen“, so Deichmann weiter.
In einem Schreiben an Lieferanten, das schuhkurier vorliegt, erklärt Myshoes, die Übernahme bereits platzierter Aufträge bzw. Lieferungen für F/S 2024 und H/W 2024 erfolge wie gewohnt und vertraglich vereinbart. Ab Ende November sollen keine weiteren Aufträge mehr platziert werden.