Die Händlerin sieht daher vor allem die Vermieter in der Verantwortung, keinen Leerstand aufkommen zu lassen: „Es gibt in Haltern noch vergleichsweise viel unabhängigen Einzelhandel und ein lebendiges Zusammenleben in der Stadt. Aber man findet hier und da mittlerweile auch Leerstand. Da müssen sich die Vermieter meiner Meinung nach mit ihren Forderungen auch der Situation anpassen.“ Hätte es flexiblere Optionen gegeben, hätte sie sich aus emotionalen Motiven eventuell dazu durchringen können, das Geschäft fortzuführen. So aber setzte sich ihre rationale Seite bei der Entscheidung durch, den Standort Shoes & More Ende 2025 zu schließen. Ihre Verbundgruppe, die Rexor, habe sehr dabei geholfen, diese schwere, aber höchstwahrscheinlich richtige Entscheidung zu treffen, betont Christiane Schroer.
„Mir war vor allem wichtig, nicht mit roten Preisen zu gehen“, sagt die Händlerin. Wenn sie ihr Traumgeschäft schon schließen müsse, dann doch bitte mit Stil statt mit durchwühlten Grabbelkisten und metergroßen „Alles muss raus!“-Stickern. Wie das Ende stattdessen aussehen würde, ergab sich schnell, als Schroer die Schließung im Sommer ankündigte: „Wir haben so viel positives Feedback bekommen und wurden so oft gefragt, wie man uns helfen kann. Es war eine sehr schöne Resonanz.“ Auch viele Partner, mit denen Shoes & More zusammengearbeitet hatte, boten ihre Hilfe an, woraus sich zum Jahresende ein buntes Abschlussprogramm entwickelte. Schon Ende November wurden die Schuhe aus dem Geschäft geräumt, um es im Dezember in einen Weihnachtsmarkt mit Ständen für die Kunstschaffenden und Handwerkenden in Haltern umzubauen. Außerdem gab es eine Live-Aufzeichnung des Haltern-Podcasts Seestadt-Stories vor Publikum. Eine der Mitarbeiterinnen, von der sich Schroer trennen musste, überreichte im Podcast einen Überraschungskuchen zum Abschied.