Die Systematik:
Darum gibt es mit Blick auf CRM auf Basis ihres Angebotes verschiedene Stufen, denen Händler zugeordnet werden können.
Stufe 1 bedeutet, dass ein Händler bislang keine digitalen Kundendaten sammelt. „Natürlich kann man Karteikarten nutzen“, sagt Heller. Für die Zukunft sei das aber nicht ausreichend. „Bei manuellen Karteien gibt es kein System, das die Daten systematisch und vor allem effektiv auswerten könnte“, erklärt Oliver Straub, der die SABU-Händler im Hinblick auf digitale Prozesse betreut. „Natürlich sieht der Händler, dass dieser oder jener Kunde zuletzt vor drei Monaten da war und dieses oder jenes gekauft hat. Man kann mit diesen Informationen aber keine weiteren Aktionen planen.“ Händlern auf dieser Stufe will das SABU-Team helfen, mit einem datenschutzkonformen Formular Daten zu sammeln. Wer eventuell schon analog Daten erfasst hat, den berät die Verbundgruppe im Hinblick auf deren DSGVO-Konformität. „Die Frage, ob diese Daten überhaupt genutzt werden können und ob man sie vielleicht aufbereiten kann, klären wir für unsere Händler“, erklärt Heller. Dazu gehören auch Tipps, die Kunden anzuschreiben, um z.B. deren E-Mail-Adressen zu erhalten. Mit einer „5 Euro“-Aktion könne da schon einiges erreicht werden.
Händler, die Stufe 2 zugeordnet werden können, verfügen bereits über Kundendaten, nutzen diese aber gar nicht oder nur selten für Aktionen wie Newsletter, Bonusanschreiben oder ähnliches. Frage man solche Händler nach ihrer Zielgruppe, berichtet Straub, komme oft die Antwort: „Alle im Alter zwischen 35 bis 60, und Kinderschuhe haben wir auch.“ Man müsse die Zielgruppen aber genau definieren, um gezielt Werbung zu machen. „Sonst gibt man viel Geld aus für Aktionen, die niemanden erreichen. Es lohnt sich nicht, alle 4.000 Kunden, die man womöglich in der Kartei hat, anzuschreiben, um ihnen mitzuteilen, dass neue Kinderschuhe angekommen sind. Das interessiert nur einen kleinen Prozentsatz der Angeschriebenen.“ Wichtig sei auch das Warenwirtschaftssystem, das die Daten entsprechend verarbeitet und nach Zielgruppen auswerten kann. So lässt sich ermitteln, ob ein Kunde z.B. Kinderschuhkäufer ist, ob er bevorzugt reduziert kauft oder welche Marken er präferiert. Darauf lassen sich neue Kampagnen aufbauen. SABU bietet den Händlern dieser Stufe an, ihr CRM-Angebot beispielsweise mit Hilfe niedrigschwelliger Newsletter auszubauen.
Zur Stufe 3 schließlich zählen Händler, die bereits intensiv mit ihren Kundendaten arbeiten. Hier kann beispielsweise eine Kunden-App Mehrwerte bringen. Ist die App attraktiv gestaltet, kann sie zu einer Umsatzsteigerung führen – dann rechnet sie sich. Empfehlenswert sei dieses Tool für Händler, die digital affin sind und verschiedene Aktionen fahren möchten, vom Newsletter über den Geburtstagsgutschein bis hin zum Bonus. „Dafür braucht man dann auch einen Aktionsplan“, betont Heller. Bei der App können Kunden auch im Vorfeld gefragt werden, welche Themen sie interessieren. Dann kann der Händler sie gezielt ansprechen und auch den Rücklauf besser messen. „Eine eigene App bietet viel mehr Funktionen, als man am Anfang denkt. Das ist weit mehr als nur die Information über Rabatte“, erklärt die Projektmanagerin. Vollumfängliche Kundeninformation, Beratung, Videos und die Verknüpfung zu Onlineshop und Social Media-Kanälen seien hilfreich, um den Kunden kreativ und effektiv anzusprechen.
Während die Verbundgruppe die Händler der Stufe 1 intensiv selbst betreut und ihnen Wege aufzeigt und Tools an die Hand gibt, um effizient die Daten ihrer Kunden zu sammeln, werden Händler der Stufen 2 und 3 mit unterschiedlichen Dienstleistern vernetzt, die ergänzende Angebote bereithalten.