Das Jahr 2025 verlief für die deutsche Bekleidungsindustrie erneut rückläufig. „Der Gesamtumsatz im Bekleidungsgewerbe lag 2025 im Vergleich zum Vorjahr bei minus 1,4 %. Dieses Ergebnis setzt sich aus einem Rückgang des Inlandsumsatzes um 2,1 % und einem Minus von 0,5 % im Auslandsgeschäft zusammen“, erläutert Justus Lebek, Präsident von Germanfashion.
Besonders betroffen ist die „sonstige Oberbekleidung“ mit einem Minus von 2,2 % – ein Segment, das einen Großteil der Mitgliedsunternehmen des Branchenverbands ausmacht. Belastend wirken weiterhin globale Krisen, anhaltende Probleme in den Lieferketten, eine schwache Konsumnachfrage im Inland sowie hohe Investitionen in Nachhaltigkeit. Lediglich Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung konnten sich dem Trend entziehen und legten um 3,3 % zu.
Auch der Außenhandel entwickelte sich schwächer: Die Exporte der Branche gingen um drei Prozent zurück. „Über nahezu alle Produktgruppen hinweg – sowohl in der Damen- als auch in der Herrenoberbekleidung – verzeichnen wir rückläufige Ausfuhrzahlen. Besonders deutlich fällt das Minus bei Kleidern mit 10,6 % aus. Noch stärker betroffen sind Anzüge und Kombinationen für Herren, die einen Rückgang von 14 % verbuchen“, sagt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer von Germanfashion.
Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den Exportmärkten: Während Polen und die Schweiz jeweils ein Plus von rund vier Prozent erzielen konnten, verzeichneten wichtige Märkte wie Österreich, die Slowakei und Rumänien deutliche Rückgänge. In den USA hingegen wurde trotz Zollthematik ein leichtes Wachstum erreicht.
Positiv entwickelte sich dagegen die Importseite: Die Einfuhren legten um rund neun Prozent zu. Besonders stark wuchs China mit einem Plus von etwa 17 %, aber auch Nearshoring-Standorte in Nordafrika gewannen weiter an Bedeutung. Ägypten verzeichnete ein Wachstum von rund 42 %, Marokko um neun Prozent und Tunesien um sieben Prozent.
Für 2026 bleibt der Ausblick verhalten. „Mit Blick auf 2026 ist davon auszugehen, dass unsere Unternehmen – ähnlich wie bereits 2025 – mit einer vorsichtigen Grundhaltung und klarem Fokus auf konsequentes Kostenmanagement agieren werden“, so Lebek. Gleichzeitig dürfte sich der Trend zu näher gelegenen Produktionsstandorten fortsetzen.
Die gesamte Statistik des Verbandes mit den Zahlen Januar bis Dezember 2025 ist hier hinterlegt.