„Auch wenn wir ein Umsatzplus von knapp 20 % vermelden können, gab es aufgrund der gestiegenen Kosten entlang der gesamten Lieferkette wenig echte Gewinne,“ schildert Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des deutschen Modeverbandes Germanfashion, die Lage. „Das Niveau des Vorpandemiejahres 2019 konnte trotz großer Anstrengungen noch nicht erreicht werden,“ so Seidensticker weiter. Weiterhin zeigten die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei den Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein leichtes Minus von 0,6 %. Durch Insolvenzen in der Branche sei die Anzahl der Betriebsstätten um 10 % zurückgegangen.
Der Export sei laut Germanfashion die Stütze der deutschen Industrie. Hier konnte trotz des Wegfalls des russischen Marktes ein Plus von knapp 10 % erreicht werden. Auffallend sei eine Exportsteigerung in die USA von rund 44 %. Die wichtigsten zehn Exportmärkte der deutschen Hersteller zeigten bis auf Frankreich (leichtes Minus mit 1 %) wieder alle ein Plus, selbst das Vereinigte Königreich hätte sich mit einem Plus von knapp 5% stabilisiert. China habe sich als Sourcingland den ersten Platz in der Importstatistik zurückerobert und einige Länder würden bewusst zurück dorthin gehen, da sich hier die Lieferkette größtenteils stabilisiert habe.
„Aktuell bereiten den deutschen Modeherstellern die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihrer Handelspartner große Sorgen. Angesichts der weiteren Flächenreduzierungen werden Umsatzsteigerungen im Inland immer herausfordernder,“ sagte Gerd Oliver Seidensticker abschließend mit Blick auf die Prognosen für 2023.