Wie die Studienergebnisse des EHI Retail Institutes zeigen, entscheiden sich die Deutschen beim Online-Shopping vornehmlich für das Bezahlen ’Kauf auf Rechnung‘. Sie liegt mit 30,5% weiterhin an der ersten Stelle der umsatzstärksten Zahlungsarten im E-Commerce. Die Lastschrift folgt auf Rang zwei vor Paypal. Die Marktanteile der Kreditkarte bleiben konstant.
Die häufigsten Zahlungsarten
Onlineshops bieten laut EHI ihren Kunden mehr Zahlungsdienste an als im Vorjahr. Im Schnitt konnten Kunden 2016 in den 1.000 umsatzstärksten Onlineshops aus sieben unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten wählen, bei den Top-10-Shops waren es sogar knapp neun.
Nach wie vor sind hier E-Wallets, also digitale Geldbörsen wie Paypal, und Kreditkarten die mit Abstand am häufigsten angebotenen Zahlungsverfahren. Besondere Bedeutung hat auch weiterhin der Rechnungskauf. Dieser birgt für Onlinehändler zwar ein relativ hohes Ausfallrisiko, ist aber aufgrund seiner Beliebtheit bei den Kunden nicht mehr wegzudenken.
Knapp 68% der Top-1.000 Onlineshops boten ihren Kunden 2016 die Möglichkeit, den fälligen Rechnungsbetrag erst nach Erhalt der Ware zu begleichen. Gegen das Ausfallrisiko sichern sich die meisten Händler durch einen entsprechenden Anbieter ab, sehr große und sehr kleine Shops tragen das Risiko tendenziell allerdings eher selber.
Paydirekt weniger verbreitet
Nicht minder interessant ist das Studienergebnis, dass Paydirekt, der gemeinschaftliche Zahlungsdienst der Deutschen Kreditwirtschaft, bisher eher gering verbreitet ist. Nur 45 (von insgesamt 815) Paydirekt-Shops sind unter den Top-1.000 Onlinehändlern (Stand: 13.04.2017). 34% der befragten Händler geben aber an, dass sie Paydirekt bis Ende 2018 in den Zahlungsmix aufnehmen wollen.
Sicherheit beim Bezahlen
Die Marktanteile der Kreditkarte sind nahezu konstant geblieben. Das Zahlungsmittel profitiert zwar von geringeren Gebühren, aber dafür bremsen die erhöhten Sicherheitsvorschriften die nutzerfreundliche Handhabung. Denn seit November 2015 ist für Kreditkartenzahlungen im E-Commerce eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung des Kunden gesetzlich vorgesehen.
Obwohl der Checkout-Prozess damit für den Kunden deutlich komplexer wird, sichern inzwischen 72% der Händler Kreditkartenzahlungen mittels sogenannten 3D-Secure-Verfahren (z.B. Verified by Visa oder Mastercard Secure Code) ab. Nur noch 27% der Händler verzichten grundsätzlich auf die Nutzung von 3DS, im Vorjahr waren es noch 41%.
Bei 43% der Händler wurden Kreditkarten seltener als Zahlungsmittel gewählt. 61% beobachten einen Anstieg der Zahlungsabbrüche nach Auswahl der Zahlungsart Kreditkarte, wenn die Zahlung mittels 3DS abgesichert wird. Allerdings werden ab Januar 2018 im Rahmen der ’Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie‘ (PSD2) auch andere Zahlungsmittel von der Zwei-Faktoren-Authentifizierung betroffen sein – wie sich das auf die Nutzung von Kreditkarten auswirkt, bleibt abzuwarten.