Wer letztes Wochenende – Ostern – in den sozialen Netzwerken unterwegs war, fand ein vielfarbiges Bilderspektrum, dessen Motive von fröhlichen Osterhasen, leuchtend gefärbten Eiern und niedlichen Küken bis hin zu Fotos von tief verschneiten Landschaften – begleitet von entsetzt bis resigniert dreinblickenden Emojis – reichte. „Ich habe es so satt“, kommentierte eine Schuhhändlerin das Bild ihres eingeschneiten Geschäfts. Ende März war der meteorologische Frühling längst eingeläutet, fand aber deutschlandweit keinen Durchbruch. Im Gegenteil. Im Norden und Osten versanken Innenstädte im Schnee. Damit muss das erste Quartal 2018 abgehakt und der Blick auf die kommenden Monate gerichtet werden.
Der April verspricht zeitnah Wetterbesserung; das dürfte dann auch endlich die so lang vermissten Kunden an die Ladentheken locken. Es war ja in den letzten Wochen durchaus schon Interesse an neuer Schuhmode sicht- und spürbar. Allein, für den Kauf reichte die Motivation noch nicht. Warum auch, wenn einem fast die Zehen abfrieren?! Dass die mangelnde Kauflust dieser Tage kein alleiniges Problem des stationären Schuhhandels ist, beweisen die ersten Rabattaktionen, die u.a. von Zalando und Mirapodo bereits vor einigen Wochen eingeläutet wurden. Auch wenn es bequemer ist, vom Sofa aus zu shoppen, statt in die Stadt zu gehen: Am meisten Spaß macht Mode, wenn man sie sofort anziehen kann. Und so hat auch der Onlinehandel der Kauflust schon auf die Sprünge helfen müssen.
Ist es am Ende also doch so banal? Wohl und Weh unserer Branche hängen maßgeblich von den Außentemperaturen ab? Von der Frage, ob die Witterung zum Saisonverlauf passt? Die Antwort lautet: Ja. Leider. Und weil es regelmäßig im August noch nicht schneit (obwohl schon die neue Winterware in den Schaufenstern steht) und im März und April kein Verlass auf durchgehende 18 Grad ist, geht in jeder Saison aufs Neue der Rotstift um, sorgt die Panik für Aktionismus.
Dieser wird aktuell noch befeuert durch Spezialitäten wie die Glamour Shopping Week, die bis zum 7. April satte Rabatte bei vielen teilnehmenden Händlern verspricht. Das passt prima, wenn das Quecksilber am kommenden Wochenende auf 20 Grad klettert. Und es suggeriert den Kunden einmal mehr: Du bist schlau, wenn Du zum Saisonstart erst einmal wartest: Eher früher als später wird die gewünschte Ware sowieso reduziert. Wer da als Händler nicht mitmacht, hat es naturgemäß schwer und setzt sein Verkaufspersonal womöglich unschönen Diskussionen mit ärgerlichen Kunden aus. Trotzdem sollte die Devise lauten: Durchhalten! Die Saison ist noch jung! Frühe und flächendeckende Reduzierungen sind bestenfalls ein Trostpflaster, aber keine Therapie.