Quintet24
Als Verbundgruppen-übergreifende Plattform im Juni letzten Jahres von ANWR, SABU und dem Kooperationspartner Mobimedia eingeführt, ist an die Orderplattform Quintet24 inzwischen auch die Verbundgruppe GMS angeschlossen. „Aktuell sind ca. 6.000 Händler aktiv, über 10.000 Händler sind eingeladen. Wir arbeiten intensiv mit den Verbundgruppen ANWR, SABU und GMS zusammen, die nun monatlich mit neuen Funktionen und starker Integration in die jeweiligen Prozessebenen erweitern“, erklärt Mobimedia-Vorstandsmitglied Hannes Rambold. Man führe aktuell 160 Marken aus dem Mode-, Sport- und Schuhbereich, wobei rund 40 Marken aus der Schuhbranche kommen. Auch Hannes Rambold zieht ein positives Zwischenfazit zu der aktuellen Orderrunde: „Wir haben bewusst auf einfache Integrationen im Stil eines digitalen Messekataloges verzichtet, weil Digitalisierung in einer effizienten Kooperation zwischen Handel und Hersteller weiterhelfen muss. Hier reicht eine Infoseite mit Kontaktdaten bei Weitem nicht aus. Unsere Kunden verzeichnen in der Videocall unterstützten Online-Order keine Einbußen gegenüber der Präsenzorder. Hochwertige Marken wie Bogner und Betty Barclay können ebenso online ordern, wie etwa die Schuhmarken Ricosta, Gabor, Paul Green und Marc O’Polo.“
Für die zukünftigen Orderzyklen sieht auch Rambold keine rein digitale Order: „Wir wissen heute aus den Erfahrungen, dass wir eine Koordination von digitalen und Präsenzangeboten haben werden. Daraufhin ist unser Angebot eingerichtet. Eine digitale Vorbereitung der Orderauswahl mit einem breiten Informationsangebot der Lieferanten verbessert die Entscheidungssituation der Einkäufer. Messen werden hybrid stattfinden. Bereitstellung der Musterware wird mit digitalen Inhalten ergänzt. Präsentationstermine und Ordertermine können entkoppelt werden. Zwischenprogramme werden digital angeboten. Damit wird der Einkäufer eine permanente Ordermöglichkeit haben, um sein Warenangebot ständig aktuell und begehrenswert bespielen kann. Trotzdem wird er auf die Prüfung echter Musterware nicht verzichten. Eine reale Branchenmesse wird das saisonale Highlight insbesondere als herausragende Dienstleistung der Verbundgruppen. Der Einkäufer wird sich digital Besuchspläne zusammenstellen. Die Order selbst wird dann verstärkt über Videocalls abspielen. Der Einkäufer gehört ja ins Geschäft und nicht auf die Autobahn.“
Fashioncloud
Bei Fashioncloud verteilen sich rund 450 Marken auf die Vor- und Nachorderbereiche der Plattform. Während die Nachorder über Fashioncloud seit letztem Jahr möglich ist, ist die Option der Vororder eine Neuerung: Erst seit einigen Monaten ist dies möglich, viele Marken werden laut Unternehmen aktuell eingepflegt. Insgesamt verfügt die Plattform nach eigenen Angaben über zirka 15.000 Händler mit über 40.000 POS, die das Angebot zur Order eher zögerlich wahrnehmen. „Während des letzten Jahres haben wir eine neue Offenheit der Branche gegenüber digitalen Lösungen wahrgenommen. Viele Händler und Marken sehen die Vorteile einer digitalen Order-Lösung, wie z.B. effizientere Termine, weniger Reisekosten, einen schnelleren Überblick. Gleichzeitig gibt es weiterhin gewisse Vorbehalte gegenüber einer reinen digitalen Order, u.a. die fehlende Haptik und der fehlende persönliche Austausch. Teilweise kann dies zwar durch Video-Calls ausgeglichen werden, aber es bleibt dennoch eine Diskrepanz“, so Fashioncloud gegenüber schuhkurier. Digitale Lösungen seien auch während den corona-bedingten Einschränkungen eher ergänzende Angebote geblieben. Man habe jedoch bei der über die Plattform laufenden Fashion Week die Nachfrage der Kunden nach ansprechend aufbereitetem Kollektionsmaterial und schnell abrufbaren Informationen gespürt. Für die Zukunft sieht Fashioncloud ein Verankern der digitalen Angebote: „Wir sehen ein großes Potenzial bei den Einzelnachbestellungen – fehlende Wunsch-Artikel der Kunden können direkt nachbestellt werden.“ Für die kommenden Monate plant Fashioncloud, die Emotionalisierung der Produkte noch weiter voranzutreiben. Zudem sollen intelligente Lösungen, darunter beispielsweise automatisierte Order-Angebote, weiterentwickelt werden.