Zarte Ballerinas und glitzernde High Heels. Progressive Sneaker und klassische rahmengenähte Herrenschuhe. Dazu im Kinderschuhbereich jede Menge farbenfroher und phantasievoller Styles – die Micam in Mailand zeigte auf dem Messegelände vom 17. bis zum 20. September ein vielfältiges Angebot für die Saison F/S 2024. Flankiert von der Accessoires-Messe Mipel und der Schmuckmesse Homi sowie eingebettet in die Milan Fashion Week, war die Micam für viele Fachbesucher ein wichtiges Trendbarometer.
Laut den Organisatoren, dem italienischen Schuhherstellerverband Assocalzaturifici, waren bei der 95. Ausgabe der Messe 1.024 Marken dabei, davon 520 aus Italien und 504 aus mehr als 30 Ländern. Vor allem viele Unternehmen aus Spanien zeigten in Mailand Flagge. „Die Micam treibt den Aufschwung des nationalen Schuhsektors voran und spielt eine Schlüsselrolle für unsere Unternehmen, die sich auf den internationalen Märkten etablieren und entwickeln wollen“, erklärte Micam-Präsidentin Giovanna Ceolini die Bedeutung der Messe und formulierte zu Beginn der Messe ihre Erwartungen: „Ich hoffe, dass sich die Veranstaltung erneut als unersetzliche Geschäftsmöglichkeit und treibende Kraft für einen Sektor von großer wirtschaftlicher und beschäftigungspolitischer Bedeutung erweisen kann.“ Diese Hoffnung sollte sich aus Sicht vieler Aussteller erfüllen. Schuhhersteller zeigten sich im Gespräch mit schuhkurier erfreut über die Internationalität der Messe. „Eigentlich ist Internationalität gar nicht der richtige Begriff: Dies ist eine globale Messe“, so ein Unternehmer. Besucher aus China, Pakistan und Indien sowie aus Amerika und Australien hatten die Reise nach Mailand angetreten. Auch aus Nordafrika – Marokko, Tunesien, Libyen und Ägypten – waren Händler nach Italien gekommen. „Wir haben viele neue Kunden hier getroffen. Menschen, die wir auf keiner anderen Veranstaltung getroffen hätten“, so Ralf Grossmann (Gerli) im Gespräch mit schuhkurier. Auch aus dem europäischen Ausland – unter anderem aus Georgien und Russland. Vermisst wurden an einigen Ständen allerdings Besucher aus Deutschland. Zwar seien namhafte Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort; man habe sich jedoch noch mehr Besuch aus Deutschland gewünscht, so der Tenor.
Sneaker weiter vorn, Galanterie holt auf
Zu den wichtigsten Trendthemen gehören in Mailand weiterhin Sneaker. Neben progressiven Styles, die vor allem über neue – teils chunky – Böden und spannende Materialkombinationen wirken, sind auch Retro-Varianten stark im Kommen, sowohl für Damen-, als auch für Herrenschuhe. Klassische Herrenschuhe, allen voran Loafer, lösen in einigen Kollektionen die sportiven Varianten ab. Bei den Damen wird das Spektrum der Sneaker-Alternativen größer. Es reicht von zarten Ballerinas über spannende Variationen der Fußbett-Pantolette bis hin zu Loafern und Pumps. Handwerkliche Elemente wie Häkel- und Flechtoptiken kommen häufig zum Einsatz, ebenso Gold und Silber. Espadrilles-Styles sorgen für Summer-Feeling, glitzernde Steine und Pailletten für eine neue Eleganz. Im Bereich der Kinderschuhe sind Barfuß-Schuhe inzwischen gesetzt und in vielen Kollektionen zu sehen – mit teils unterschiedlichen zugrundeliegenden Konzepten. Das Farbspektrum zeigt sich facettenreich, ist insgesamt aber weniger „laut“.