Aus Sicht des HDE steht der Einzelhandel angesichts von rund 20 Milliarden Zahlungsvorgängen pro Jahr unter erheblichem Kostendruck. Vor allem bei Online- und grenzüberschreitenden Transaktionen dominierten internationale Anbieter den Markt. Ein staatlich abgesichertes, digitales Zahlungsmittel könne hier eine Alternative darstellen – vorausgesetzt, es werde wirtschaftlich tragfähig umgesetzt.
Kritisch bewertet der Verband insbesondere die diskutierten Vergütungsmodelle für Banken und Wallet-Anbieter: „Das vorgesehene Modell bedeutet praktisch eine Übernahme des ineffizienten Interchange-Modells aus dem Kreditkartengeschäft. Wenn die Kosten der Wallet-Anbieter von den Händlern getragen werden sollen, führt das nicht zu einer effizienten Abwicklung von Transaktionen“, so Ulrich Binnebößel, HDE-Abteilungsleiter Zahlungsverkehr und Logistik.
Darüber hinaus fordert der HDE praktikable Regelungen zu Haltegrenzen sowie eine Lösung, die auch B2B-Zahlungen berücksichtigt. Eine verpflichtende Annahme des digitalen Euro lehnt der Verband ab, solange Effizienz und Kostentransparenz nicht gewährleistet sind.
Für den Handel steht damit fest: „Bei richtiger Ausgestaltung könnte der digitale Euro zu einem Erfolgsmodell werden, das Effizienz und Innovation fördert. Europa kann es sich nicht leisten, diese Chance zu verspielen. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden darüber bestimmen, ob der digitale Euro seine transformative Kraft entfalten kann oder als kostenintensives Zwangssystem scheitert“, so Binnebößel.