Nach Einschätzung des HDE sollten politische Maßnahmen stärker auf ihre möglichen Auswirkungen auf Verbraucherpreise und Lieferketten geprüft werden. „Politische Eingriffe in Lieferketten sollten immer das letzte Mittel sein, denn oft schlagen sie auf die einzelnen Stufen durch und lösen so höhere Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher aus“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.
Ein weiteres Thema sind aus Sicht des Verbands sogenannte Territorial Supply Constraints. Damit sind Beschränkungen gemeint, die Handelsunternehmen daran hindern können, Waren innerhalb Europas dort einzukaufen, wo sie günstiger angeboten werden. Der HDE sieht darin ein Hindernis für den Binnenmarkt. „Wenn Handelsunternehmen daran gehindert werden, Waren dort in Europa einzukaufen, wo sie günstiger angeboten werden, bleibt das Potenzial des Binnenmarkts für niedrigere Preise ungenutzt“, so von Preen.
Positiv bewertet der Verband grundsätzlich die Omnibus-Initiativen der EU-Kommission zum Bürokratieabbau. Gleichzeitig fordert er weitere Schritte: „Europa darf nicht auf der einen Seite bestehende Pflichten vereinfachen und auf der anderen Seite ständig neue schaffen.“
Zudem setzt sich der HDE für vergleichbare Rahmenbedingungen für europäische Händler und Anbieter aus Drittstaaten ein. Vom angekündigten European Product Act erwartet der Verband insbesondere eine konsequentere Durchsetzung bestehender Vorgaben gegenüber Drittstaatenhändlern sowie eine engere Zusammenarbeit von Zoll- und Marktüberwachungsbehörden.
Für den Handel stehen damit vor allem drei Themen im Fokus: weniger regulatorischer Aufwand, ein besser funktionierender EU-Binnenmarkt und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Anbieter innerhalb und außerhalb Europas.