Große Unternehmen in Deutschland sehen sich deutlich häufiger als Vorreiter der Digitalisierung als kleinere Betriebe. Laut einer Bitkom-Befragung unter 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten bezeichnet sich jedes zweite Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden (50 %) als digital führend. Bei Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 39 %, bei kleineren Betrieben lediglich 26 %.
Parallel dazu zeigt sich ein strukturelles Defizit: Gerade kleinere Unternehmen agieren oft ohne klare Digitalstrategie. 22 % der Betriebe mit 20 bis 99 Beschäftigten haben überhaupt keinen Plan für ihre digitale Entwicklung. Nur 21 % verfügen über eine zentrale Strategie. Bei größeren Unternehmen ist die Situation deutlich besser – hier liegt der Anteil ohne Strategie bei lediglich 8 %.
„Erfolgreiche Digitalisierung muss keine Frage der Größe sein. Der Einsatz von Technologien wie Künstlicher Intelligenz bietet gerade für kleine und mittlere Unternehmen riesige Chancen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Zu oft fehlt es aber an Erfolgsgeschichten und dem Austausch mit anderen Unternehmen, Technologieanbietern und Start-ups.“
Für den Schuhhandel und die Industrie ist diese Entwicklung besonders relevant: Themen wie Warensteuerung, Omnichannel-Vertrieb oder KI-gestützte Sortimentsplanung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass gerade kleinere Händler und Hersteller hier noch Nachholbedarf haben.
Impulse liefern sollen Plattformen wie die Bitkom-Veranstaltung Transform in Berlin (18./19. März). Dort stehen Austausch, Praxisbeispiele und konkrete Anwendungen im Fokus. Auch politisch wird die Bedeutung unterstrichen: „Die Digitalisierung in Deutschland ist Teamarbeit – gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen dafür Räume für Austausch, Vernetzung und ganz praktisches voneinander Lernen“, sagt Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.