Auch, wenn sich die Stimmung im deutschen Mittelstand im Frühjahr 2026 leicht verbessert hat, bleibt sie nach Einschätzung von Creditreform fragil. Für die aktuelle Studie zur Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand befragte die Wirtschaftsforschung des Unternehmens rund 1.850 kleine und mittlere Betriebe. Der Creditreform Geschäftsklimaindex stieg nach zwei Jahren im Minus wieder in den positiven Bereich und erreichte 5,3 Punkte – den höchsten Stand seit vier Jahren.
Belastend wirken vor allem gestiegene Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die weiterhin schwache Industrieproduktion. Insbesondere der militärische Konflikt im Nahen Osten ist ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung: „Der Iran-Krieg trifft den Mittelstand ins Mark. Er verteuert Energie, verlängert die Unsicherheit und bremst Investitionen. Die Folgen werden weit über die aktuelle Krise hinausreichen. Der vom Staat befeuerte Aufschwung wird flacher und anfälliger sein als angenommen“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung. Zwar hätten sich die Geschäftserwartungen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verbessert, die Entwicklung bleibe jedoch unsicher.
Auch bei den Umsätzen zeigt sich ein vorsichtig positives Bild. In den ersten drei Monaten 2026 meldeten mehr Unternehmen steigende Erlöse als im Vorjahr, insgesamt blieb die Umsatzentwicklung per Saldo aber noch im negativen Bereich. Für die kommenden Monate rechnen jedoch mehr Betriebe mit einem Plus.
Zurückhaltend bleibt der Mittelstand auch bei Investitionen. Zwar planen mehr Unternehmen Investitionsvorhaben als im Vorjahr, das Niveau liegt aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich eine negative Tendenz: Außerhalb des Dienstleistungssektors ist die Beschäftigung rückläufig, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe rechnen viele Unternehmen mit weiterem Stellenabbau.
Positiv entwickelte sich dagegen die Eigenkapitalausstattung. Der Anteil eigenkapitalstarker Unternehmen stieg auf 36 % und damit auf den höchsten Wert seit rund 30 Jahren. Gleichzeitig bleibt die Ertragslage vieler Betriebe angespannt.