“Wir wollen uns nicht von allzu kurzfristigen Vergleichen treiben lassen, wir haben auch keine Analysten im Rücken, die das von uns erwarten”, so Grossmann mit Blick auf das turbulente Jahr 2012. Man habe den großen Vorteil eines Familienunternehmens, das an einer langfristig renditestarken Entwicklung mehr interessiert ist als an kurzfristigen Entwicklungen.”
Allerdings haben die kurzfristigen, wetterbedingten Schwankungen den Markt nach Einschätzung Grossmanns durchaus “durchgeschüttelt”. Auch Dockers habe sich nicht gegen den Trend stellen können. Trotz der Umsatzdelle sei das Jahr 2012 jedoch rentabel geblieben. Man habe angesichts zufriedenstellender Ergebnisse der vorangegangenen Jahre eine permanent steigende Eigenkapitalquote zu verzeichnen, einhergehend mit einer weiteren Kostenreduzierung und entsprechenden Auswirkungen auf die Preisgestaltung.
Das erste Halbjahr 2013 verlief für Dockers zufriedenstellend – trotz weiterhin anhaltender Turbulenzen im Gesamtmarkt. Offene Ware sei “mehr oder weniger ein Totalausfall” gewesen; der Umsatz verringerte sich um 1,9%. Die Vororder für den Herbst liegt indes mit 8% deutlich im Plus. Man werde das Jahr 2013 demnach mit einem klaren Plus abschließen.
Positiv entwickelte sich laut Dockers vor allem der Bereich der sportiven Textilschuhe im Frühjahr; für den Herbst hält der Trend hin zu rustikalen Boots an. Die Nachordertätigkeit hält man in Merzalben für derzeit noch völlig offen. “Wir haben für unsere Läger im üblichen Rahmen disponiert”, erklärt Grossmann. “Wir stellen uns nicht auf möglicherweise zu erwartende Warendefizite – vor allem im Bootsbereich – ein. Das wäre reine und unter Umständen kostspielige Spekulation.”
Insbesondere auf den Exportmärkten gibt es Neuerungen bei Dockers. So will man durch die Verpflichtung der kompletten Vertriebsmannschaft von Lumberjack den italienischen Markt neu besetzen. Auch in Finnland ist ein neues Vertriebsteam am Start. In Russland konnte ein neuer Vertriebspartner gewonnen werden. Verstärkt werden soll auch das Engagement in Tschechien und Polen. Eine gute Entwicklung gebe es auch in der Türkei zu vermelden, wo Dockers mit einem Lizenznehmer zusammenarbeitet. Die traditionellen Exportmärkte Frankreich, Belgien und Skandinavien zeigen laut Ralf Grossmann ebenfalls kontinuierlich positive Tendenzen.
Positiv schätzt man in Merzalben auch die Entwicklung der Kinderkollektion ein, die ihren Anteil im vergangenen Jahr auf fast 20% ausweiten konnte. Der Herrenanteil liegt bei 45%, die Damenkollektion erwirtschaftet 35% des Umsatzes.
40 Jahre Bestehen des Unternehmens will man im Sommer gebührend feiern: Am 23. August sind Mitarbeiter und ihre Familien zur Jubiläumsfeier eingeladen.