Die Aktien von Dr. Martens stiegen am Donnerstag (5. Mai) um 23,6%, nachdem das Unternehmen seine neue Strategie „Levers for Growth“ vorgestellt hatte. Ziel ist ein profitables Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 – nach einem Jahr der Konsolidierung.
„Wir haben dies erreicht, indem wir unseren Direktvertriebskanal in Nord- und Südamerika wieder auf Wachstumskurs gebracht haben, unseren Marketingansatz neu ausgerichtet haben, um uns unerbittlich auf unsere Produkte zu konzentrieren, Kosteneinsparungen zu erzielen und unsere Bilanz deutlich zu stärken“, erklärte CEO Ije Nwokorie.
Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Dr. Martens einen Nettoumsatz von rund 929 Mio. Euro (787,6 Mio. Britische Pfund), was einem Rückgang um 10% gegenüber dem Vorjahr (ca. 1,035 Mrd. Euro, 877,1 Mio. Pfund) entspricht. Der Nettogewinn sank auf 5,3 Mio. Euro (4,5 Mio. Pfund) nach zuvor 81,7 Mio. Euro (69,2 Mio. Pfund). Die Nettoverschuldung konnte auf rund 294,4 Mio. Euro (249,5 Mio. Pfund) gesenkt werden.
Im Produktmix entfielen 57% des Umsatzes auf Stiefel, 26% auf Schuhe, 12% auf Sandalen und 5% auf Taschen und Accessoires.
Während die Gesamtzahl verkaufter Schuhe um 9% zurückging, konnten die DTC-Verkäufe um 15% zulegen. Besonders stark entwickelte sich laut dem Unternehmen der Adrian Loafer sowie die Linien Lowell und Buzz. Auch Sandalen legten zu (+7%), während Stiefel rückläufig waren (–9% DTC).
Der Direktvertrieb (DTC) erzielte rund 602,6 Mio. Euro (510,7 Mio. Pfund, –4,2%), der Großhandel fiel um 19,5% auf ca. 326,8 Mio. Euro (276,9 Mio. Pfund). Innerhalb des DTC sank der stationäre Umsatz auf 286 Mio. Euro (242,4 Mio. Pfund, –5,6%), der Online-Umsatz auf 316,6 Mio. Euro (268,3 Mio. Pfund, –2,9%).
Regional verzeichnete EMEA ein Minus von 11% (ca. 453,4 Mio. Euro, 384,2 Mio. Pfund), Nord- und Südamerika –11,4% (340,4 Mio. Euro, 288,5 Mio. Pfund), APAC –3,8% (135,6 Mio. Euro, 114,9 Mio. Pfund) – bei stabiler Entwicklung in Japan und China.
Die Frühjahrs- und Herbstkollektionen 2025 seien bereits größtenteils ausgeliefert. Preislich plant Dr. Martens keine Änderungen, will aber weiterhin alle Kosten kontrollieren und eng mit Partnern kooperieren.
Die neue Strategie „Levers for Growth“ fokussiert auf vier Hebel: mehr Verbraucher erreichen, mehr Kaufanreize bieten, einen marktgerechten Vertrieb ausbauen und die Strukturen verschlanken.
„Levers for Growth wird unsere Chancen erhöhen, indem wir das Geschäft von einer kanalorientierten zu einer verbraucherorientierten Denkweise verlagern“, sagte Nwokorie. Man wolle mehr Menschen mehr Gründe geben, Dr. Martens-Produkte zu kaufen – von Klassikern wie Stiefeln und Schuhen bis hin zu neuen Linien wie Zebzag, Buzz oder Sandalen und Taschen.
Mittelfristig erwartet das Unternehmen ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum bei EBIT-Margen im mittleren bis hohen Zehnerbereich – gestützt durch hohe Bruttomargen und eine starke Cash-Generierung.