Die Studie ’Small Online Business Trade Summary 2015‘ hatte zum Ziel, die Bedeutung der gewerblichen Händler mit einem Umsatz von mehr als 10.000 US-Dollar bei Ebay für den europäischen Handel zu analysieren. Es wurden internationale Handelsströme und das Exportverhalten untersucht, wobei der Handel bei Ebay auch mit dem traditionellen, stationären Einzelhandel verglichen wurde.
Mehr als 130.000 Online-Händler mit einem über Ebay erworbenen Umsatz von jeweils mehr als 10.000 US-Dollar sind seit der Finanzkrise im Jahr 2011 neu zum Stamm der Ebay-Verkäufer in Europa hinzugekommen. Sie repräsentieren einen Umsatz in Höhe von fast 18,5 Mrd. Euro.
94% der bei Ebay in Deutschland aktiven gewerblichen Händler exportieren laut Studie ins Ausland – dies sind im Vergleich zum stationären Handel, wo lediglich 16% der Unternehmen exportieren, deutlich mehr. Online-Händler in Deutschland versenden ihre Waren überwiegend in die Nachbarländer innerhalb Europas (41%). Rund ein Viertel der Händler (23,7%) beliefert Kunden auf zwei Kontinenten, 15,7% der Händler verkaufen an Kunden auf drei Kontinenten und fast jeder Fünfte (19,6%) handelt mit Käufern auf vier oder mehr Kontinenten. Somit liegt Deutschland 15% über dem Durchschnitt bei den Exporten und damit an der Spitze beim inner-europäischen Handel – kein anderes Land exportiert anteilig so viel in andere Länder der EU.
Größe spielt online keine große Rolle
Aus der Studie geht auch hervor, dass die Größe der Unternehmen in einer Welt der technologischen Plattformen eine geringere Rolle sopielt als im traditionellen Offline-Handel. 2014 waren im stationären Handel die oberen fünf Prozent aller Unternehmen nach Größe für 82% der Exporte verantwortlich. Im Online-Handel haben die oberen fünf Prozent aller Unternehmen nach Größe im vergangenen Jahr gerade einmal 61% der Exporte ausgemacht.
Die gewerblichen Händler bei Ebay in Deutschland haben in 2014 insgesamt an Käufer in 208 Märkten versandt. Im Durchschnitt belieferten die exportierenden deutschen Online-Händler je 14 Länder. Gewerbliche Händler in der gesamten EU, die erst seit 2011 am Markt sind, erreichten mit ihren Lieferungen ins Ausland innerhalb eines Jahres einen Anteil von 14% am gesamten Exportmarkt. Im Vergleich dazu erreichen junge, traditionell handelnde Unternehmen innerhalb eines Jahres lediglich einen Anteil von drei Prozent am gesamten Exportmarkt.
Die Studie untersuchte Transkationen auf dem Ebay-Marktplatz im Zeitraum von 2010 bis 2014. Als gewerbliche Online-Händler wurden hierfür Händler mit einem Umsatz von mehr als 10.000 US-Dollar (rund 9.000 Euro) bei eBay in mindestens einem der Jahre 2010 bis 2014 betrachtet.