Ebay zufolge sollen Mitarbeiter von Amazon in den vergangenen Jahren das E-Mail-System von Ebay genutzt haben, um erfolgreiche Händler mit verdeckten Nachrichten auf die Amazon-Plattform zu locken. Das geht aus der 18-seitigen Anklageschrift hervor, die beim Santa Clara County Superior Court eingereicht wurde.
Ebay zufolge handelte es sich dabei um ein breit angelegtes „Komplott“, bei dem ab 2015 Dutzende von Amazon-Mitarbeitern Ebay-Accounts eröffnet wurden, um über das Ebay-Nachrichtensystem ’M2M‘ „viele Hunderte“ von Top-Verkäufern zu überzeugen, ihre Waren bei Amazon anzubieten. Das Vorgehen seitens Amazon sei „zielgerichtet“ und „koordiniert“ gewesen, mit dem Ziel, Ebay zu schaden.
Ferner heißt es in der Klageschrift, dass die Amazon-Mitarbeiter ihre Aktionen verschleiert hätten. So sollen bei der E-Mail-Korrespondenz gezielt Code-Wörter, Abkürzungen und Umschreibungen benutzt worden sein. Anstelle des eigenen Namen des Unternehmens habe man den Firmennamen Amazon etwa als ’a-m-a-z-o-n‘, ’A.M.Z.N.‘ oder ’AMZ‘, A.M.Z.N. umschrieben.
Die Abwerbeaktionen über das Ebay-Nachrichtensystem ’M2M‘ wurden laut Ebay nicht nur von Amazon-Mitarbeitern in den USA, sondern auch in den Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien sowie Australien und Singapur angewandt.