Die Einrichtungskosten für ein neues Geschäft im Textil-, Schuh-, Sporthandel liegen mit 425 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche (qm VKF) um rund 15 Prozent unter dem Vergleichswert von 2013. So lautet ein Ergebnis der EHI-Studie “Ladenmonitor 2017”. Anlässlich der Retail Design Konferenz in Düsseldorf stellte Claudia Horbert, Leiterin Forschungsbereich Ladenplanung + Einrichtung erste Auszüge vor. Die komplette Studie wird zur EuroShop 2017 veröffentlicht.
Die Investitionen des Handels in Erscheinungsbild und Technik der Geschäfte seien weiterhin hoch, teilt das EHI mit. Dies gilt insbesondere für den Lebensmittelhandel. Hier sind die Einrichtungskosten für einen neuen Markt im Vergleich zu 2013 zwischen 5 und 6,3 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt betragen sie nunmehr 622 Euro/qm VKF im Supermarkt und 590 Euro/qm VKF auf der Großfläche.
Allerdings bleibt der Anspruch des Handels nach einer qualitativen Aufwertung der Fläche auch bei deutlich geringeren Budgets bestehen. Um dies zu ermöglichen, ist der Anteil der individuell auf ein Handelsunternehmen zugeschnittenen Sondermöbel rückläufig, es wird mehr auf standardisierte Systemmöbel zurückgegriffen. Zugleich gewinnt das Visual Merchandising für die individuelle Gestaltung von Verkaufsflächen weiter an Bedeutung. Die Investitionsbereitschaft des Handels hat sich hier branchenübergreifend nahezu verdoppelt.
Vernetzung mit dem Internet wird Standard
Bereits vor drei Jahren hat das EHI Rekordinvestitionen im Bereich der Ladeneinrichtung festgestellt. Damals ging es dem Handel vor allem darum, mit schönen Geschäften die Position im Wettbewerb gegen den Online-Handel zu verbessern. Heute sind die Investitionen in die Läden nicht gegen das Internet gerichtet, sie zielen vielmehr auf eine möglichst gute Integration des Online-Handels in den Laden vor Ort ab.Nicht weniger auffallend ist die zunehmende Vernetzung der Geschäfte mit den Internet-Shops der Unternehmen. Online bestellen, im Geschäft abholen oder nach Hause gelieferte Ware im Geschäft zurückgeben – diese und ähnliche Services sind auch im deutschen Handel inzwischen „weitgehend etabliert“, urteilt das EHI. Auch digitale Komponenten fassen in den Läden immer mehr Fuß. Verkaufsmitarbeiter mit Tablets, Monitore in der Umkleidekabine und digitale Medienwelten gehören immer mehr zum Standard in den Geschäften.
Schönheitsreparatur statt Totalsanierung
Investitionsschwerpunkt Nummer 1 bleibt weiterhin die LED-Lichttechnik. Dank deutlicher Verbesserungen bei Lichtqualität und Leistungsfähigkeit entscheiden sich auch über 80 Prozent der Textilhandelsunternehmen für eine Umstellung.
Insgesamt geht der Trend weg von der umfassenden Renovierung in Richtung Umbaukonzepten mit hochflexiblen Einrichtungsmodulen und einer raschen Veränderung von Aktionsflächen. Die Zyklen für Komplettumbauten haben sich daher in den letzten drei Jahren tendenziell verlängert, im Nonfood-auf 8,1 Jahre.An die Stelle umfassender und tiefgreifender Umbauten treten zahlreiche Kleinprojekte, die für optische Verbesserungen und ständigen Wandel auf der Fläche sorgen.