Potenzial sehen die befragten Händler auch in einer schnelleren Abwicklung der Zahlung und bei Selfcheckout-Systemen. Ebenfalls im Trend liegt die Zentralisierung der Kassenanwendungen sowie der Touchscreen als Eingabemedium. An der Umfrage haben sich 51 Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt. Allein in Deutschland haben diese im letzten Jahr in rund 56.000 Filialen einen Umsatz von rund 190 Mrd. Euro erwirtschaftet.
Das durchschnittliche Alter der Kassenhardware hat sich im Vergleich zu 2014 leicht verändert und liegt nun bei 4,9 Jahren (2014: 5,4 Jahre). 71 Prozent der teilnehmenden Händler wollen ihre Hardware in den nächsten Jahren erneuern. Über die Hälfte von ihnen plant dabei einen kompletten Austausch der Hardware, die übrigen 42 Prozent möchten nur einige Komponenten erneuern. Bei der Auswahl der Kassenhardware spielt neben den technischen Aspekten auch das Design (88 Prozent) und die Umweltfreundlichkeit (78 Prozent) eine wichtige Rolle. Ein geringer Energieverbrauch wird als selbstverständlich vorausgesetzt.
Bei den Handelsunternehmen sind aktuell 25 verschiedene Kassensoftwareanbieter vertreten. die durchschnittliche Laufzeit einer Software beträgt etwa sieben Jahre. 47 Prozent wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Kassensoftware erneuern. Knapp 27 Prozent setzen dabei auf eine neue Standardlösung, 16 Prozent werden einen größeren Releasewechsel des bestehenden Systems in Angriff nehmen und 4 Prozent planen eine individuelle Lösung.
Kasse braucht Schnittstelle zum Onlineshop
Wichtig wird die Anbindung an die digitalen Verkaufskanäle sein. Bereits heute haben 27 Prozent der Kassen bei den Teilnehmern Schnittstellen zu den eigenen Onlineshops. In Zukunft wollen 63 Prozent der Retailer solche Schnittstellen vorweisen.
67 Prozent der Studienteilnehmer planen künftig, den Checkout-Prozess auch auf mobilen Geräten abzuwickeln. Bereits heute kassieren knapp 10 Prozent der Unternehmen zusätzlich mobil. Optimierungspotenzial gibt es nach Ansicht der Befragten auch beim Zahlungsprozess. Eine erhöhte Geschwindigkeit bei der Kartenzahlung und die effizientere Abwicklung unbarer Bezahlverfahren stehen für die Verantwortlichen der Filial-IT weit oben auf der To-Do-Liste. In Zukunft möchten 57 Prozent der Befragten den Anteil unbarer Bezahlung weiter erhöhen.
Die Verbreitung von Self-Checkout- und Self-Scanning-Systemen verläuft in Deutschland nach wie vor weniger dynamisch als in anderen europäischen Ländern. Dennoch ist ein steigendes Interesse festzustellen. Vor allem hat sich der Anteil der Unternehmen, die zukünftig den Einsatz dieser Systeme planen, von 28 Prozent in vor zwei Jahren auf 37 Prozent erhöht.
Die Breitbandanbindung der Filialen an die Zentralen ist laut Studie weitgehend zum Standard geworden. Der Trend zur Zentralisierung von Kassenanwendungen setzt sich damit fort. 84 Prozent der befragten Unternehmen streben zukünftig eine Realtime- bzw. Neartime-Kommunikation zwischen Zentrale und Filiale an. Trotzdem fällt es vielen IT-Verantwortlichen schwer, sich von den traditionellen, auf Kasse und Backoffice-Server basierenden Filial-Infrastrukturen zu trennen. Vor allem aus Sicherheitsaspekten haben noch 76 Prozent der Befragten einen Backoffice-Server physisch in ihren Filialen.
Der Touchscreen als Eingabemedium hat sich etabliert. Künftig wollen alle befragten Unternehmen Touchscreens einsetzen. 76 Prozent werden dabei auch auf eine unterstützende Tastatur verzichten.