Im gesamten Einzelhandel summierten sich 2015 laut den Handelsexperten des EHI die Inventurdifferenzen – bewertet zu Verkaufspreisen – auf 4 Mrd. Euro. Das EHI geht davon, dass davon auf Ladendiebstähle durch Kunden rund 2,24 Mrd. Euro zurückzuführen sind. Den eigenen Mitarbeitern werden knapp 810 Mio. Euro angelastet und Lieferanten sowie Servicekräften werden etwas mehr als 340 Mio. Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Die restlichen 640 Mio. Euro entfallen auf organisatorische Mängel. Die durchschnittliche Inventurdifferenz beträgt 1% vom Umsatz, weitere Kosten entstehen dem Studienergebnissen zufolge durch Investitionen von rund 1,3 Mrd. Euro in Technik und Personal zum Diebstahlschutz. Insgesamt gehen dem Einzelhandel durch Inventurdifferenzen und Investitionen zu deren Vermeidung 1,3% des Umsatzes bzw. absolut rund 5,3 Mrd. Euro verloren.
Ladendiebstahl durch organisierte Banden
2015 sind die angezeigten Ladendiebstähle laut polizeilicher Kriminalstatistik wieder deutlich um 7,1% angestiegen auf insgesamt 391.401 Fälle (Vorjahr 365.373). Vor allem schwere Ladendiebstähle haben in den letzten acht Jahren drastisch zugenommen. Berücksichtigt man die hohe Dunkelziffer mit gut 98% bleiben nach Expertenschätzung zudem jährlich mehr als 26 Mio. Ladendiebstähle je im Wert von rund 86 Euro unentdeckt.
Immer häufiger werden Diebstähle in organisierter Form durchgeführt. Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass allein durch straff organisierte kaukasische Tätergruppen jährlich Waren im Wert von 250 Mio. Euro im Einzelhandel gestohlen werden.
Prävention und Sicherheit
Im Durchschnitt gibt der Handel wieder gut 0,3% vom Umsatz für Sicherheitsmaßnahmen aus. Bei den Trends zeigt sich die größte Steigerungsrate bei der offenen Kameraüberwachung, die für mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen zukünftig oberste Priorität hat. Nach wie vor kommt aber auch der Schulung und Sensibilisierung von Personal eine Schlüsselrolle zu, um Ladendiebstahl zu minimieren.