Das Garhammer-Team hat viel Erfahrung im Umgang mit Lieferanten aus der Schuhbranche. Trotzdem ärgert sich Johannes Huber immer noch über einige Details der Zusammenarbeit, weil sich diese deutlich vom Modebusiness unterscheiden. „Durch die vielen Insolvenzen und Geschäftsaufgaben in den zurückliegenden Jahren ist bewiesen, dass Händler mit den Konditionsmodellen, wie sie bislang im Markt üblich sind, nicht mehr leben können. Trotzdem kann man keine Fortschritte erkennen“, empört sich der Unternehmer. Das Risiko bei vielen Geschäftsabschlüssen liege nach wie vor beim Handel. „Viele Händler machen keinen Gewinn mehr oder jedenfalls nicht so viel, dass sie langfristig eine Perspektive haben. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass sich daran noch nichts geändert hat.“ Man sei nicht mit allen Marken grundsätzlich unzufrieden, betont Huber. „Aber wir haben am Ende der Saison viel zu viel Ware übrig, die wir reduzieren müssen. Und wenn die Kundin für den roten Pumps in Größe 41 nicht kommt, können wir dranschreiben, was wir wollen. Wir könnten ihn sogar kostenlos anbieten. Er wird nicht genommen.“ Eine reduzierte Hose oder ein T-Shirt werde dagegen eher noch gekauft, weil man es im Zweifel verschenken könne, wenn die Größe nicht passt. „Wir brauchen dringend Lösungen für die Risikoverteilung und die Altwarenproblematik. Das können auch Outlets sein oder andere Kanäle – nur so, wie es jetzt ist, geht es nicht weiter.“ Dass Hersteller am Ende der Saison Ware zurücknehmen, könne dabei eine Option sein, „aber wir müssen Mittel und Wege finden, die für beide Seiten gut passen.“
Das neue Highlight
Zurück zur neuen Damenschuhfläche, für die Johannes Huber ambitionierte Ziele formuliert hat. In die Erweiterung investiert der Modehändler einen siebenstelligen Betrag – „das ist die dritte Großinvestition nach Corona.“ Das Ergebnis soll eine absolut außergewöhnliche Fläche sein, ein echtes Highlight: „Wir wollen neue Elemente zeigen, die man vielleicht noch nicht gesehen hat“, kündigt der Händler an. Dazu gehöre eine Bodenbeschichtung in einer ganz besonderen Farbe, einem Grün, das ins Gräuliche übergeht. Dazu werden aufwändige Lichtinstallationen arrangiert. Die Farbe ist auch ein Beitrag zum Trend, im Modehaus, wo immer möglich, Grünpflanzen zu platzieren. Das Motto: „Zurück zur Natur und zur Frische“ – und das im Mix mit artifiziellen Elementen. Passend zum Naturtrend wird es unweit der neuen Damenschuhfläche auch ein Blumencafé mit feinen Schnittblumen und einem Kaffee-Angebot geben – „die Fläche wird unschlagbar gut“, ist Huber überzeugt.