Frau Kähler, blicken Sie zufrieden auf die Shoes zurück?
Ja, wir sind zufrieden mit der Shoes, und ich finde, das dürfen wir auch sein. Wir haben viel dafür getan, dass dieses Event gelingen konnte, vom kuratierten Angebot bis hin zu Chill-out-Bereichen. Es war viel Arbeit, aber sie hat sich gelohnt.
Zu den ewigen Diskussionsthemen auf Messen, ganz gleich welcher Branche, gehört die Frequenz. Sind Sie auch damit zufrieden?
Zunächst einmal glaube ich, dass sich die Messelandschaft insgesamt verändert hat. Es wird für Veranstalter mehr denn je darauf ankommen, in Qualität zu investieren statt in Quantität. Für unseren Markt gilt das auch – zumal die Zahl der Akteure in diesem Markt ja nicht steigt. Fragen wie die Errichtung von zusätzlichen Leichtbauhallen stellen sich derzeit nicht. Natürlich muss man immer schauen, wo man noch etwas verbessern kann. Und ich bin davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, immer noch mehr Menschen und Unternehmen für unser Angebot zu gewinnen. Es liegt aber auch in der Verantwortung eines jeden Ausstellers, an seiner eigenen Vermarktung zu arbeiten.
Kurz vor der Messe wurde bekannt, dass die Igedo Company die Neonyt in Lizenz in Düsseldorf organisieren wird. Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Veranstaltung der Messe Frankfurt wird dann parallel zur Fashn Ende Januar stattfinden. Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
Ich stehe schon seit längerem mit den Verantwortlichen in Kontakt und wir haben verschiedene Ideen diskutiert. Nachdem bekannt wurde, dass es keine Frankfurt Fashion Week mit Neonyt geben wird, haben wir die Gespräche intensiviert. Der Name Neonyt hat in der Schuh- und Modebranche eine Bekanntheit und Bedeutung, die man nutzen und ausbauen kann. Und ich muss sagen, die Chemie zwischen den Entscheidern bei der Messe Frankfurt und uns stimmt einfach. So konnten wir gemeinsam diesen Schritt wenige Tage vor der Shoes verkünden.
Die Neonyt steht für Nachhaltigkeit und ein ernsthaftes Konzept…
Das ist richtig. Ich arbeite mich gerade tief in das Thema ein. Es ist sehr komplex, mit vielen Fragebögen und Zertifizierungen. Eine ganz neue Welt, die sehr interessant ist und Spaß macht. Ein Segment, aus dem wir etwas machen können. Die Marke gehört weiterhin der Messe Frankfurt, aber wir als Lizenznehmer haben viele Freiheiten und können gestalten. Ich bin überzeugt, dass davon auch der Standort Düsseldorf profitieren wird.
Was stellen Sie sich konkret vor?
Ich habe eine Menge Ideen, und die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, was alles möglich ist. Es stellt sich beispielsweise die Frage, warum Marken, die ihre Kollektionen ganzjährig in den Düsseldorfer Showrooms zeigen, nicht auch nachhaltige Kapseln separat auf der Neonyt präsentieren können. Und ich kann mir auch vorstellen, dass wir das Thema Nachhaltigkeit nicht allein vom Endprodukt her denken, sondern auch die Vorstufen mit einbeziehen. Fünf Jahre nachdem wir mit der Shoes gestartet sind, haben wir mit der Neonyt einen weiteren Meilenstein gesetzt.
Immer wieder werden Ideen diskutiert, Fashn und Shoes zeitgleich stattfinden zu lassen. Jetzt, mit der Neonyt, könnte dieser Ansatz nochmals an Fahrt gewinnen. Halten Sie das für machbar, zumal die Neonyt parallel zur Fashn ja sehr früh stattfindet?
Alle Messen parallel zu organisieren, das geht rein aus Platzgründen schon nicht. Wir haben während der Pandemie aus der Situation heraus ein paralleles Angebot aufgebaut. Aber die Schuhanbieter wollen letztlich nicht zur Fashn. Und zum Shoes-Termin ist die Modebranche weitestgehend mit der Order fertig. Insofern sehe ich die Messen nicht zeitgleich. Zur Neonyt kann ich sagen, dass sie auch in Berlin schon sehr früh in der Saison stattfand, nämlich Mitte Januar und Mitte Juli. Auch damals waren schon Schuhanbieter dabei. Man muss sehen, wie sich das entwickelt. Denkbar ist es aber, dass auch während der Shoes ein nachhaltiges Angebot sichtbar ist.
Kommen wir noch einmal zur Shoes, die für den 26. bis 28. Februar vorgesehen ist: Da parallel die Euroshop stattfindet, wird es zu stark steigenden Hotelkosten in Düsseldorf kommen. Das sehen viele Aussteller als Problem an.
Ja, das Thema ist mir bekannt. Ich bin dazu auch in Gesprächen. Dass die Preise so anziehen, ist natürlich ärgerlich für die Aussteller und Besucher. Ich arbeite an einer Lösung und bitte um noch etwas Geduld. Wir werden einen Weg im Sinne der Branche finden.