„Wir konnten während der Pandemie erstmals messen, was in einer Innenstadt passiert, wenn wirklich nichts mehr in der Stadt geöffnet ist“, leitet Nico Schröder, Geschäftsführer der hy-street.com GmbH den Talk ein. Und die präsentierten Zahlen sprechen Bände: Ab April 2020, mit Beginn des ersten großen Lockdowns, brach die Durchschnittsfrequenz in den deutschen Innenstädten drastisch ein. „Fakt ist: Eine Stadt ohne Handel und ohne Gastronomie ist tot“, schlussfolgert Schröder aus dieser Entwicklung. In den folgenden Monaten bewegte sich die Kurve nach oben, als dem Handel die Öffnung wieder genehmigt wurde. 50% bis 60% der Frequenz kehrten in diesem Zeitraum zurück. Mit der Öffnung der Gastronomie erreichte die Frequenz sogar 85%. Die Innenstädte waren also nahezu so lebendig wie vor der Pandemie.
Doch was bedeutet „lebendig“?
Hier kommt die Vitalitätskennziffer ins Spiel. Diese ergibt sich aus der Division der Jahresfrequenz der Stadt durch die Einwohnerzahl. „Dadurch zeigt sich zum Beispiel, wie viele Leute von außerhalb der Stadt kommen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass Großstädte es schwerer haben, eine hohe Kennziffer zu erreichen.“ Was sorgt also garantiert für hohen Andrang auf den deutschen Straßen? Hier sprechen Schröder und Ellrich zwei wesentliche Kategorien an: Events und einzigartige Konzepte. Letztere erstrecken sich von ausgefallenen Ladenideen bis hin zu Mixed Use-Objekten, die beispielsweise Gastronomie, Bildung und Handel vereinen. Auch innovative Markenauftritte auf der Fläche können neugierige Besucher in den Läden locken.
Definitiv größter Frequenzbringer bleibt für Schröder jedoch das Stadtereignis. Events wie Weihnachtsmärkte oder verkaufsoffene Sonntage bleiben in Sachen Frequenzen ungeschlagen. Städte wie Köln oder Kiel können während bestimmter Feierlichkeiten Frequenzsteigerungen zwischen 25% und 54% verzeichnen. Letztendlich bleibt es an allen Beteiligten: Nur die gemeinsame Zusammenarbeit von Flächennutzern und Gemeinden erzeugt das gewünschte Ergebnis.