Laut der EHI-Studie ’Ladenmonitor 2017’ liegen die Einrichtungskosten für ein neues Geschäft im Textil-, Schuh-, Sporthandel bei 425 Euro/qm VKF. Allerdings bleibe der Anspruch des Handels nach einer qualitativen Aufwertung der Fläche auch bei deutlich geringeren Budgets bestehen. Um dies zu ermöglichen sei der Anteil der individuell auf ein Handelsunternehmen zugeschnittenen Sondermöbel rückläufig, es werde mehr auf standardisierte Systemmöbel zurückgegriffen, so Claudia Horbert vom EHI. Zugleich gewinne das Visual Merchandising für die individuelle Gestaltung von Verkaufsflächen weiter an Bedeutung. Die Investitionsbereitschaft des Handels habe sich hier branchenübergreifend nahezu verdoppelt.
Investitionsschwerpunkt LED
Bereits vor drei Jahren hat das EHI für den gesamten Einzelhandel Rekordinvestitionen im Bereich der Ladeneinrichtung festgestellt. Damals sei es dem Handel vor allem darum gegangen, mit schönen Geschäften die Position im Wettbewerb gegen den Online-Handel zu verbessern, so Horbert. Heute seien die Investitionen in die Läden nicht gegen das Internet gerichtet, sie zielten vielmehr auf eine möglichst gute Integration des Online-Handels in den Laden vor Ort ab. Investitionsschwerpunkt Nummer 1 bleibt laut dem EHI weiterhin die LED-Lichttechnik. Dank deutlicher Verbesserungen bei Lichtqualität und Leistungsfähigkeit entscheiden sich auch über 80% der Textilhandelsunternehmen für eine Umstellung. Derzeit liegt der branchenweite Umrüstungsstand jetzt bei 24% im Food- und bei rund 16% im Nonfood-Handel.
Flexible Lösungen gefragt
Insgesamt geht der Trend nach Angaben des EHI weg von der umfassenden Renovierung in Richtung Umbaukonzepten mit hochflexiblen Einrichtungsmodulen und einer raschen Veränderung von Aktionsflächen. Die Zyklen für Komplettumbauten haben sich im Food- wie im Nonfood-Handel daher in den letzten drei Jahren tendenziell verlängert, im Food-Handel auf 9,1 Jahre, im Nonfood-auf 8,1 Jahre. An die Stelle umfassender und tiefgreifender Umbauten treten zahlreiche Kleinprojekte, die für optische Verbesserungen und ständigen Wandel auf der Fläche sorgen. Entsprechend groß ist der Anspruch des Handels an die Flexibilität seiner Lieferanten, wie auch an ihre Innovations- und Kooperationsfähigkeit. Statt reiner Produktangebote sind ganzheitliche Lösungen mit umfassenden Informationen über neue Materialien und Produktionsverfahren gefragt.